Bride WarsHochzeitsmuffel

Text: Markus Weiß
© 20th Century Fox Entertainment

Für die meisten Frau hat es der schönste Tag im Leben zu werden. Alles was es braucht ist etwas Neues, etwas Altes, etwas Geliehenes, etwas Blaues, einen Bräutigam und selbstverständlich eine Freundin, die einem zur Seite steht. Nur dann ist es die perfekte Hochzeit!

Schon seit ihrer Kindheit leben die besten Freundinnen Liv (Kate Hudson) und Emma (Anne Hathaway) auf diesen einen Tag hin, ihre ganz eigene Traumhochzeit. Alles steht seit langer Zeit fest: Monat Juni, Plaza Hotel New York, und jede wird bei der anderen Ehren-Brautjungfer. Doch wie es mit Träumen so ist. Am Ende genügt ein dummer Fehler, um die wunderschöne Blase platzen zu lassen: in diesem Film zwei Hochzeiten, aber nur ein Tag.

Die Looks von Anne Hathaway
New York City Ballet Fall Gala

Hauptdarstellerin Anne Hathaway weiß nur zu gut, warum es zum Krieg der Bräute kommt. „Viele von den Mädchen identifizieren sich komplett mit diesem einen Tag und verstehen sich nur als Braut, aber nicht als Frau. Das ist meiner Meinung nach ein großer Fehler“, erklärt der Hollywood-Star im AMICA Online-Interview. „Ich persönlich sehe mich nicht als Braut.“

Genau um dieses Wettrennen, die perfekte Hochzeit zu feiern, geht es aber in ihrem aktuellen Projekt. Warum hat sie den Film gemacht, wenn sie selbst sich so gar nicht als Frau in Weiß sieht? Identifikation war für Hathaway noch nie ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung für oder gegen einen Film. Sie spielt die Andrea in „Der Teufel trägt Prada“ interessiert sich aber nicht für Mode, sie mag keine romantischen Komödien und spielt zwei Mal die „plötzliche Prinzessin“. Eine Braut zu spielen ohne selbst großes Interesse an einer Hochzeit zu haben ist da nicht verwunderlich.

Ihr ist der ganze Stress, die eigene Hochzeit zu etwas so Besonderem und Einmaligen zu machen völlig fremd. „Eigentlich handeln beide Frauen im Film sehr dumm und kindisch.“ Am Ende sei es nur ein Tag wie jeder.

Golden Girl
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Auch ihre Kollegin Kate Hudson hat keine Vorstellung von einer wirklichen Traumhochzeit. „Ich hatte nie eine. Es war eher eine Frage, in wen ich mich verlieben würde, bei dem sich alles so richtig und gut anfühlt.“ Trotz der Scheidung von Chris Robinson bleibt Hudson optimistisch.

„Schon als Kind habe ich mich nie so für Hochzeiten interessiert“, gesteht Anne Hathaway und muss lachen. „Ich meine, klar habe ich mal Barbie mit G.I. Joe verheiratet, aber schauspielern war damals für mich viel interessanter.“

Die Hochzeits-Spiele mit der Barbie-Puppe kennt auch Kate Hudson nur zu gut. Spannend fand sie das trotzdem nicht. Die Tochter von Hollywood-Star Goldie Hawn war schon immer sehr emanzipiert – auch mit ihren Puppenspielzeugen. Bei ihr saß Barbie nicht neben Ken, sondern alleine in der Corvette und hing mit ihren Freundinnen ab.

So relaxt geht es im Film „Bride Wars“ nicht zu, denn in dem komödiantischen Zickenkrieg werden die Messer gewetzt und die Tortenheber geschwungen. Eine gute Sache, wie Anne Hathaway findet. Dieser Streit sei für die Freundschaft der beiden unheimlich wichtig. „Man kennt niemanden richtig, bevor man sich nicht mit ihm gestritten hat.“

Bride Wars - Interview Anne Hathaway

Bride Wars - Interview Kate Hudson