Erinnerungen zum 30. TodestagTochter enthüllt Romy Schneiders Privatleben

von AMICA Online Redakteurin
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© Edel Verlag
Titel: Romy



Herausgeber: Sarah Biasini und Jean-Pierre Lavoignat



Verlag: Edel, 2012



Preis: 30 Euro

Ihr Vorname ist so besonders wie ihre Persönlichkeit. Es reicht, nur ihn bei Google einzugeben, um Bilder von ihr zu finden – Bilder, mit hypnotisierend lachenden Augen. Es reicht, ihren Vornamen auf das Cover eines Buches zu schreiben. Wer „Romy“ liest, der weiß, dass damit Romy Schneider gemeint ist. „Sie ist neben einigen Prinzessinnen, Königinnen und den Heldinnen bei Racine die Einzige, die man lediglich beim Vornamen nennen kann, nennen möchte und nennt“, schreibt der Journalist Jean-Pierre Lavoignat in einem neuen Bildband, der genau diesen Namen trägt. „Das sagt viel darüber aus, wie nah wir uns ihr fühlen, wie stark wir mit ihr verbunden sind, wie sehr sie Teil unseres Lebens ist“.

Heute jährt sich der Todestag der deutschen Filmikone zum 30. Mal. Bekannt geworden als Jugendliche durch die Rolle der Kaiserin Elisabeth in der Filmtrilogie „Sissi“, schaffte sie die Entwicklung hin zur Charakterdarstellerin – und das sogar in Paris und Hollywood. In Filmen wie „Der Kardinal“, „Leih mir deinen Mann“, „Nachtblende“ und „Eine einfache Geschichte“, spielt sie die Hauptrollen, wird sogar mit einem „Golden Globe“ und zwei „César“-Preisen ausgezeichnet, von der französischen Tageszeitung „Le Parisien“ zur größten Schauspielerin des 20. Jahrhunderts gewählt.

Wie stark ihr Ruhm und ihre Präsenz nachwirken, weiß Sarah Biasini am besten. „Bestimmte Sätze höre ich immer wieder“, sagt die Tochter der Schauspielerin. „‚Ihre Mutter wurde so geliebt‘, ‚Ich verehre ihre Mutter‘ – häufig möchte ich sofort darauf antworten: ‚Ich verehre sie auch‘.“ Die heute 34-Jährige war gerade einmal fünf Jahre alt, als Romy Schneider starb. Heute ist sie ebenfalls Schauspielerin und erklärt: „Ich habe nicht nur gelernt [mit den Paparazzi] zu leben, sondern sogar denselben Beruf ergriffen! Dafür muss man schon Masochist oder leichtfertig sein.“

Dass sie den neuen „Romy“-Bildband mitgestaltete, war wohl ebenfalls ein wenig masochistisch. Weil die Arbeit alte Wunden aufriss („Wenn es eine gibt, die beim Anblick dieser Dokumente weinen darf, dann bin das schließlich ich!“). Doch Biasini wollte ihre Mutter unbedingt in all ihren Facetten zeigen, sie „schön, lebendig und modern“ darstellen und „die Leser berühren“.

Das schafft sie zusammen mit Jean-Pierre Lavoignant vor allem durch ausdrucksstarke private Bilder: Romy Schneider beim Christbaumschmücken, Romy mit ihrer Mutter Magda im Wiener Café Sacher (1963), bei der Anprobe eines Tweed-Kostüms mit Coco Chanel, im Cabrio mit Alain Delon und Sophia Loren bei den Filmfestspielen in Cannes, mit Delon beim Skifahren in Mégève, später glücklich lachend mit ihrem damaligen Mann Harry Meyen und dem gemeinsamen Sohn David am Strand von Saint-Tropez, 1981 mit ihrer Tochter Sarah auf den Schultern im Garten.

Sarah aber faszinieren vor allem Romys offizielle Auftritte. „Ich mag die Fotos von Dreharbeiten, wo man sie mit ihren Filmpartnern oder Regisseuren sieht, oder Fotos, wo sie bei Premieren, bei Abendessen oder Abendveranstaltungen von vielen Menschen umringt ist …“, erzählt sie. „Da versucht man unweigerlich, sich einen Dialog zwischen ihr und den anderen Personen auf dem Foto vorzustellen … Wenn auch nur flüchtig, wird da etwas von ihrer Persönlichkeit spürbar.“

Sowieso ist die Erinnerung an ihre Mutter eine „Art Film, der jedoch eher konstruiert als intuitiv ablief“, aus Empfindungen, Eindrücken und den veröffentlichten Fotos. „Ein Film aus Bildern“, so beschreibt sie es im abgedruckten Interview mit Jean-Pierre Lavoignant, „die ich einfach deshalb habe lebendig werden lassen, weil ich sie so gern lebendig werden lassen wollte“.

Und Sarah Biasini schildert offen, wie gerne sie dem Schatten ihrer Mutter manchmal entfliehen möchte. „Vor ein paar Jahren kam es sogar vor, dass ich die Frage, ob ich die Tochter von … sei, mit ‚nein‘ beantwortet habe.“ Dann habe sie zwar Schuldgefühle empfunden, aber ihren Frieden gehabt.

Was so faszinierend an Romy Schneider war und immer noch ist, das beschreibt Jean-Pierre Lavoignant so: „Man muss nur leise ‚Romy‘ sagen, und schon taucht ihr Blick vor dem inneren Auge auf, der so frisch, so klar und tief ist, dem man sich unmöglich entziehen kann, dem man einfach nicht widerstehen kann.“

30. Todestag von Romy Schneider - Seite 2

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