Verena Kerth über Karl Lagerfeld„Karl ist der absolute Gott“

© Karl Lagerfeld
AMICA Online: Warum haben Sie sich heute für dieses Outfit entschieden?
Verena Kerth:
Ich habe eine Auswahl aus Paris zugeschickt bekommen. Das war einmal eine lange Lederhose mit einer Bluse und dann zwei verschiedene Kleider. Da es heute noch einmal 25 Grad hat, habe ich mich natürlich gegen die Lederhose entschieden.

Was haben Sie privat von Karl Lagerfeld oder auch Chanel im Kleiderschrank?
Ich habe tatsächlich sehr, sehr viel von Karl im Kleiderschrank. Ich habe einzelne Fächer in meinem Schrank mit Schuhen und Taschen, aber auch Jacken, Kleider und diese wunderbaren Karl-Figuren habe ich bei mir im Wohnzimmer stehen. Ich habe sogar einen Feuerlöscher von Chanel. Ich bin der größte Fan.

Welches ist Ihr Lieblingsteil?
Ich glaube, eine weiße Tweedjacke mit roten und dunkelblauen Stickereien – die ist ganz schick.

Sie waren im Kino mit dabei. Welche Szenen haben Ihnen besonders gut gefallen?
Mir gefällt alles, was Karl sagt. Denn er drückt sich immer auf seine ganz eigene Weise aus und das ist immer großartig. Ich amüsierte mich sehr während der Vorführung. Ich gucke mir die Doku am Samstag aber auf jeden Fall noch einmal im Fernsehen an, weil ich im Kino nicht alles mitbekommen habe. Karl saß nur ein paar Reihen vor mir und deshalb konnte ich mich nicht wirklich auf den Film konzentrieren.

Haben Sie auch persönlich schon einmal mit ihm gesprochen?
Ja, ich habe ihn vor sechs Jahren auf der Bambi-Verleihung getroffen und ihm gesagt, dass er mein Gott ist. Er hat mir daraufhin seine Hand auf die Schulter gelegt und meinte: „Ich hoffe, Sie sind Atheistin“ – ich konnte nichts antworten, weil ich so überwältigt war und bin wieder gegangen.

Warum ist er denn Ihr Gott?
Alles, was er macht, macht er mit einer gewissen Leichtigkeit. Er ist einfach dazu bestimmt. Ich bin ja nicht die einzige, die glaubt, dass er der absolute Gott ist, sondern Millionen andere Menschen. Er ist einfach großartig.

Waren Sie auch schon mal im Showroom bei ihm in Paris?
Ich war einmal vor zwei Jahren zur Modenschau nach Paris eingeladen. In seinen „heiligen Hallen“ war ich noch nicht, aber ich arbeite dran.

Wie war denn die Modenshow?
Die Modenshow war sehr düster, weil die Winter-Kollektion vorgestellt wurde und im Saal standen überall schwarze Vulkane die geraucht haben. Es war alles sehr dunkel und sehr düster, aber natürlich war es wahnsinnig toll, weil Karl am Schluss rausgekommen ist.

Was halten Sie vom Hype um Choupette?
Ich verstehe das, ich habe ja auch einen Hund – Coco Salami – man beachte den Namen, die Hälfte davon ist auch Karl-orientiert. Ich finde das einfach süß. Karl hat die Katze von Baptiste bekommen und seitdem ist sie sein Ein und Alles. Vor allem macht sie ihn so menschlich, das hätte man ihm gar nicht zugetraut. Er ist ein Wesen, das man nicht mit einem normalen Menschen vergleichen konnte, weil er immer ein bisschen besser ist, ein bisschen über allem steht. Aber Choupette macht ihn menschlich und das finde ich total süß.

Was gefällt Ihnen an Karls Entwürfen besonders gut?
Egal, was er macht, ich finde es immer gut. Es gibt tatsächlich keinen anderen Designer, von dem ich das sagen würde. Bei  Karl gibt es einfach nichts Schlechtes. Ich finde alles toll, aber das liegt wahrscheinlich auch an meiner Sympathie ihm gegenüber.



Interview: Michèle Zahlen
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„Karl ist der absolute Gott“