Victoria’s-Secret-Schönheit „Mit dünnem Schönheitsideal viel Geld verdient“

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Cameron Russell läuft unter anderem für Victoria's Secret.
Die besten Fotografen, Profi-Stylisten und immer die angesagtesten Klamotten – so ein Modelleben ist schon hart. Das meint zumindest Victoria’s-Secret-Schönheit Cameron Russell. In einem Interview kritisierte sie das kranke Schönheitsideal der Fashionindustrie und riet jungen Mädchen sogar davon ab, selbst eine Karriere als Model einzuschlagen.

Es ist allerdings ein ziemlich hohes Niveau auf dem Cameron Russell da jammert. Immerhin ist die 26-Jährige seit mehr als zehn Jahren gut im Geschäft und modelte bereits für große Namen wie Calvin Klein, Armani und Victoria's Secret. Dass dazu auch ein dickes Bankkonto gehört, versteht sich praktisch von selbst. Trotzdem warnt Russell alle Mädchen davor, so ein Leben als Ideal anzusehen. „Falls jemand ernsthaft glaubt, dass es der Schlüssel zum Glück ist, wie ein Model auszusehen, muss derjenige nur mal eine Gruppe von Models treffen“, sagte sie dem „Telegraph“. „Sie haben die dünnsten Schenkel, das glänzendste Haar und die coolsten Klamotten – und sind trotzdem die unsichersten Frauen des Planeten.“

Heidi Klum war nicht mehr mit dabei, aber die „Engel“ kamen auch gut ohne sie zurecht: Die Unterwäschemarke „Victorias Secret“ hat in New York wieder ihre Kollektion vorgeführt und für viel Aufsehen gesorgt.Problematisch findet Russell vor allem, dass die Modewelt ganz auf das Schönheitsideal von der großen, schlanken, weißen Frau setzt. Das mache jede Frau – egal, ob Model oder nicht – komplett unsicher. Dabei passt Russell mit ihrer Traumfigur wunderbar in dieses Bild. „Es ist ein Schönheitsideal, das wie für mich gemacht ist, und damit habe ich viel Geld verdient“, gibt sie zu. Glücklich habe sie das aber nicht immer gemacht. „Die Leute sprechen mit mir und widmen mir ihre Zeit, nur weil sie mögen, wie ich aussehe“, jammert die Schönheit. Was will uns Cameron Russell mit diesem Klagelied sagen? Wäre sie lieber klein und dick? Vermutlich nicht. Aber irgendwie ist es doch beruhigend, dass auch scheinbar perfekte Menschen nicht immer ganz zufrieden mit sich sind. Und dass ein erfolgreiches Model den Mut hat, offen über die weniger glamourösen Seiten ihres Jobs zu sprechen.



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