Wüstenblume Tragisches Topmodel
Es ist ein wahres modernes Märchen: Waris Dirie wurde vom Model zur Menschenrechtlerin. Der Film „Wüstenblume“ erzählt vom Leben zwischen Traum und Albtraum.
Text: Kerstin Kotlar
© Majestic/Walter Wehner
Dass die gebürtige Somalierin die Laufstege von New York, Mailand, London und Paris eroberte, ist die glamouröse Seite des bewegten Lebens. Sie erhält als erstes afrikanisches Model einen Exklusivvertrag vom Kosmetikkonzern Revlon. Außerdem ziert Dirie den Pirelli-Kalender von 1987. An der Seite von Timothy Dalton spielt die Schönheit im James-Bond-Film „Der Hauch des Todes“. Dass der Weg dorthin schmerzhaft, erniedrigend und tragisch war, zeigt ihre Geschichte der Genitalverstümmelung. Nach Schätzungen der UNO werden nach wie vor 8000 Mädchen täglich Opfer dieser unvorstellbaren Grausamkeit. Dieses Leben zwischen Traum und Albtraum schildert „Wüstenblume“ einfühlsam. Nach einem etwas klamaukigen Einstieg in Waris´ Londoner Situation führt der Film zu den Schlüsselerlebnissen der 13-Jährigen, die vor der Zwangsehe mit einem älteren Mann flieht. Eindrucksvolle Bilder aus Somalia erklären in Rückblenden das Schicksal des späteren Topmodels, die Beschneidung mit fünf Jahren.
Die Verfilmung von Sherry Horman lebt vor allem durch eine bezaubernde Liya Kebede. Selbst Model verkörpert sie die Waris Dirie, die von London aus erfolgreich wird. Zunächst scheu, unsicher, zerbrechlich, später entschlossen und verführerisch.
© Majestic/W. Wehner
Doch wie bei Dirie spielt sich das Leben des Topmodels nicht nur an der schillernden Oberfläche ab. Liya Kebede engagiert sich mit ihrer Organisation für Schwangere und Neugeborene, um die Kindersterblichkeit zu bekämpfen. Das eint die beiden starken Frauen über den Film „Wüstenblume“ hinaus. Hinter der glamourösen Fassade stecken Menschen, denen es vor allem um eines geht: die Gesellschaft aufrütteln und den Betroffenen in ihrer Heimat Afrika helfen.










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