Zu vulgär? Nicht selbst designt?Rihanna macht sich mit Modekollektion zum Gespött

© Instagram/Rihanna, Reuters

Es gibt eine Menge Stars, die sich als Designer versuchen. Wir denken da an Lindsay Lohan, Avril Lavigne oder Jennifer Lopez. Aber nur wenige haben dabei wirklich Erfolg wie Victoria Beckham – selbst harte Modekritiker lieben ihren schlichten Chic, ihre scharfen Schnitte und figurbetonten Kleider – die Olsen-Zwillignge, oder Gwen Stefani. Auch Katie Holmes musste nach der Präsentation ihrer Frühjahr-Sommer-Kollektion 2013 viel Häme einstecken. Zu langweilig und uninspiriert, lautete das Urteil damals. Als nun Rihanna während der Fashion Week London, aber abseits des offiziellen Schauenkalenders, ihre eigene Modelinie für das britische Günstig-Label River Island präsentierte, waren die Erwartungen hoch. Schließlich wird die Sängerin dank ihres sexy, provokanten und rockigen Stils als Modevorbild gehandelt.

So 90ies und verrucht!
Rihanna designte für River Island

Doch die Reaktionen auf ihre Show waren großteils vernichtend. Und das nicht nur, weil der Popstar sein Publikum geschlagene 50 Minuten lang warten ließ – darunter Promi-Freundinnen wie Model-of-the-Moment Cara Delevigne, Delilah, Schauspielerin Jaime Winston und Victorias-Secret-Engel Jordan Dunn. Bei Konzerten mögen derartige Verspätungen normal sein, für einen Fashion-Week-Besucher mit strengem Zeitplan aber sind sie ärgerlich.

Als „Horror Show“ etwa bezeichnete die Online-Seite des Magazins „Newsweek“, „The Daily Beast“, diese Kollektionspräsentation und verurteilte die Looks als „scheußlich, ohne jegliche Ausdruckskraft oder jeglichen Stil“. „Huffingtonpost.com“ befand sie als „zu 90ies“. Außerdem warte man bei jedem der knappen Stücke nur auf ungewollte Entblößungen. Ein weiterer Kritikpunkt: Rihanna soll am Design nicht wirklich beteiligt gewesen sein. Laut der britischen „Vogue“ soll sie mit Designer Adam Selman nur per E-Mail oder Telefon korrespondiert und sich später lediglich die fertigen Samples persönlich angesehen haben. Viel Herzblut von Rihanna steckt offensichtlich nicht in diesen Kreationen.

© REUTERS
Glücklich nach der Präsentation ihrer Kollektion für River Island: Rihanna

Tatsächlich wirkt die Linie der 24-Jährigen wie den 90er-Jahren entsprungen. Wagenladungen an Bauchfrei-Tops finden sich darunter, dazu Bauchketten, Kreolen und um die Hüfte gebundene Jeanshemden. Aber man muss dem Design-Team zugute halten: Das trifft den Zeitgeist, Grunge wie er einst von Kurt Cobain gelebt wurde, ist jetzt angesagt. Und dass die Kollektion sehr freizügig sein würde, konnte man bei Rihanna nicht anders erwarten. Für den Alltag sind die extrakurzen Kleider im Lingerie-Look und Mini-Bustier-Tops allerdings wirklich ungeeignet. Das AMICA-Online-Urteil: lieblos, aber mit ein paar guten Momenten. Die siebenachtellange Hose mit Blumendruck, Bermudas (wieder hip!), oder semitransparente Blusen im Lagen-Look könnten wir uns durchaus in unserem Kleiderschrank vorstellen. Liebling ist das bodenlange Schwarze mit stilisiertem Latz.

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