Die Berlinale-Looks in der StilkritikEva Padberg entzückt mit Rücken, Iris Berben spielt Mann

Die Tops und Flops
Berlinale 2013 - die Kleider auf dem roten Teppich

Heike Makatsch wuschelte sich im Schneegestöber durch die Undone-Haare und sah in ihrer eleganten Cut-out-Robe mit Spitzeneinsätzen dadurch noch fabelhafter aus. Iris Berben hatte sich anscheinend am Kleiderschrank ihres Partners bedient und eine Krawatte gekonnt mit glitzernder Glamour-Jacke von Ralph Lauren Collection kontrastiert. Und Topmodel Eva Padberg zeigte sich vorne brav hochgeschlossen, offenbarte hinten aber viel Haut. Modisch so heiß gestaltete sich am Donnerstagabend in der deutschen Hauptstadt das Warm-up für die 63. Berlinale. Außerdem unter den 1600 Gästen: Jane Fonda, Isabella Rossellini, Nina Hoss, Mario Adorf, Senta Berger, Jürgen Vogel, Hannelore Elsner und Jessica Schwarz. Auch Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus und die Regisseure Wim Wenders, Dani Levy, Tom Tykwer und Jury-Mitglied Andreas Dresen waren dabei.

Festivaldirektor Dieter Kosslick und Comedystar Anke Engelke moderierten die Gala, bei der die Jury vorgestellt wurde. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit stärkte Kosslick den Rücken: Der Berlinale-Chef mache einen „verdammt guten Job“. Ulrich Tukur spielte auf der Bühne mit seiner Band. Anschließend stieg eine große Party. Auf der Speisekarte standen ein „regionaler Gemüseacker“, Winterkabeljau, Sellerieravioli und Lausitzer Forellenfilet.

Filmisch wurde die Berlinale vom außer Konkurrenz laufenden, chinesischen Kung-Fu-Epos „The Grandmaster“ („Der Großmeister“) eingeläutet. Beim Publikum im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz löste der Film von Regisseur und Jurypräsident Wong Kar Wai ein geteiltes Echo aus.

„Nicht schlecht“, fand ihn Schauspieler Burghart Klaußner. Wong sei ein „großer Impressionist“. Manche Gäste lobten die Darsteller und die Bildergewalt, andere fühlten sich wenig berührt oder bemängelten zu viel Musik. Wong ließ sich für sein Filmkunstwerk von der Lebensgeschichte des legendären Kampfmeisters IP Man inspirieren, des Mentors von Bruce Lee.

Und darauf können sich Film-Fans freuen:

Wieder hat das Festival eine politische Note. Kulturstaatsminister Bernd Neumann betonte, er freue sich, dass der Berlinale-Wettbewerb den neuen Film des in seiner Heimat verfolgten iranischen Regisseurs Jafar Panahi zeigt. „Vielleicht kann er ihn sogar persönlich präsentieren“, sagte Neumann. Er rief die iranische Regierung dazu auf, Panahi zur Weltpremiere seines Films „Geschlossener Vorhang“ („Pardé“) nach Berlin reisen zu lassen.

Hollywoodstar Matt Damon spielt in dem Öko-Drama „Promised Land“ von Gus Van Sant mit. Der US-Regisseur thematisiert darin die Förderung von Erdgas durch das sogenannte Fracking.

Aus Polen kommt „In the Name of“ von Malgoska Szumowska, ein Drama um einen schwulen Priester. Der Österreicher Ulrich Seidl schließt in „Paradies: Hoffnung“ seine Trilogie ab. Es geht um ein übergewichtiges Mädchen in einem Diät-Camp, das sich in einen 40 Jahre älteren Arzt verliebt. Bis zum 17. Februar zeigen die Internationalen Filmfestspiele Berlin mehr als 400 Produktionen aus aller Welt. Im offiziellen Wettbewerb konkurrieren 19 Filme um die Bären-Trophäen.

Quelle: dpa/vs
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