Filmfestival Venedig 2012Frauenküsse zum Finale

von AMICA Online Redakteurin
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Das Finale auf dem roten Teppich
Filmfestival Venedig

Wenn zwei hübsche Französinnen sich vor Kameras auf den Mund küssen, dann sind sie garantiert Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit. Egal, ob sie als Stars des Abends angekündigt waren, oder nicht. Die Schauspielerin Joséphine de la Baume – bekannt als Unterwäsche-Model für Agent Provocateur sowie als Freundin von Musikproduzent Mark Ronson – kam jedenfalls zusammen mit Kollegin Roxane Mesquida als Gast zur Vorführung von „The company you keep“ beim Filmfestival in Venedig und stahl Regisseur Robert Redford die Show. Indem sie ihrer guten Freundin gleich mehrere Bussis aufdrückte.

Dabei stellte der 76-jährige Redford ein ernstes Polit-Drama vor, mit den Schauspielern Shia LaBeouf, Susan Sarandon und Nick Nolte in den Hauptrollen. Sein neunter Film, der außer Konkurrenz lief, thematisiert das Leben von amerikanischen Anti-Kriegs-Aktivisten in den Siebzigerjahren.

Nicht nur durch Küsse, sondern auch durch eine weiße Robe mit Kontrastbustier von Armani Privé begeisterte Roxane Mesquida. Auch Joséphine de la Baumes Fadenwerk-Robe von Julien Macdonald gehörte zu den Höhepunkten des Festspiel-Finales. Vor allem, weil weniger dicht gewebte Streifen scheinbar den Blick auf nackte Haut offenbarten. Ein Streich des Designers mit Hilfe von hautfarbenem Unterstoff. Ähnlich verführte die philippinische Schauspielerin Lovi Poe in Spitze und Meerjunfrauen-Silhouette. „Prometheus“-Star Noomi Rapace jedoch spielte am besten mit Kontrasten. Sie setzte dem zartes Spitzenkleid von Valentino eine Box-Clutch im eckigen Kaleidoskopmuster entgegen.

Tops und Flops mit jungen und alten Filmdiven
Filmfestspiele Venedig, Filmfestival Venedig

Natürlich gab es auch an den letzten Tagen der Filmfestspiele stilistische Fehltritte zu sehen. Die eben noch hochgelobte Noomi Rapace trug beim Fototermin einen viel zu großen, weißen Hosenanzug. Schauspielerin Giulia Bevilacqua paarte eine ebenso wenig schmeichelnde Plisseefalten-Robe mit gruselig schwarzem Lippenstift. Und Regisseurin Alex Schmidt hätte besser auf eine Harley Davidson gepasst, als auf den roten Teppich.

Eine Würdigung Wert waren hingegen einige filmische und schauspielerische Leistungen. Bei der Preisverleihung am 8. September wurde das Sektendrama „The Master“ zweimal ausgezeichnet. Paul Thomas Andersons erhielt den Silbernen Löwen für die beste Regie, Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix wurden als beste Schauspieler geehrt. Als weibliches Pendant gewann Hadas Yaron für „Fill the Void“ den Preis „Beste Schauspielerin“. Der österreichische Filmemacher Ulrich Seidl bekam für „Paradies: Glaube“ den „Speziellen Preis der Jury“. Das beste Drehbuch stammt von Olivier Assayas für „Après mai“. In der Königskategorie räumte der Film „Pieta“ ab: Der südkoreanische Regisseur Kim Ki-duk durfte den begehrten Goldenen Löwen mit nach Hause nehmen.