Filmfestival Venedig 2012Tiefe Dekolletés und grauenvolle Posen

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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Tops und Flops mit jungen und alten Filmdiven
Filmfestspiele Venedig, Filmfestival Venedig

Zwei Tatsachen sind in Sachen Stil gewiss. Das fällt beim Betrachten der Stars auf dem roten Teppich in Venedig wieder ganz deutlich ins Auge. Erstens: Eine misslungene Pose zerstört auch das schönste Outfit. Sich umwickelnde Beine, extrem nach innen gestellte Fußspitzen und zusammengezogene Schultern erinnern an scheuen Kleinmädchencharme und taugen daher nicht für glamouröse Schauspielerinnen. Zweitens: Italienerinnen haben einfach Stil. Egal ob Filmdiven in fortgeschrittenem Alter wie Gina Lollobrigida oder Claudia Cardinale, die farbenfroh beziehungsweise sehr dezent beneidenswert aussahen. Oder Maya Sansa, die zum Fototermin von „La bella addormentata“ in einem schlichten Bluse-Hosen-Look kam, dem sie mit petrolfarbenen High Heels Power verlieh. Ebenso stilsicher wie die junge Schauspielerin Alessandra Mastronardi, die in einer topmodernen Schößchen-Kombi aus der Herbstkollektion 2012 von Alessandra Rich bezauberte.

Diesen Trend trug auch die Französin Elsa Zylberstein sehr elegant zur Schau. Dazu gab es viele aufregende Dekolletés zu sehen. Wie am Rücken der Kreation, die das Model Marica Pellegrinelli trug oder bei der zarten Temperley-London-Robe von Vanessa Hudgens vorne. Die Hollywood-Schauspielerin und ihre Kolleginnen Selena Gomez und Ashley Benson waren Teil der großen amerikanischen Filmtruppe. Mit elf Beiträgen sind die US-Regisseure in Venedig stark repräsentiert.

Tops und Flops vom roten Teppich
Filmfestspiele Venedig 2012

Gomez hinterließ, neben all den Italienerinnen, am Lido eines der Modeglanzlichter schlechthin. Die 20-Jährige strahlte beim Photocall des Film „Spring Breakers“ in einer mit Goldornamenten verzierten Spitzenrobe von Dolce & Gabbana. Sehr erwachsen, aber keineswegs damenhaft. Das passt perfekt zu ihrem neuesten Streifen, in dem sich die Schauspielerin von ihrem netten Disney-Channel-Image emanzipiert. Zusammen mit Hudgens spielt sie darin ein trinkendes und koksendes Gang-Mitglied. „Es ist, glaube ich, etwas schockierend für jüngere Zuschauer, gerade wenn man so einen Hintergrund hat wie ich“, so Gomez im Interview. „Aber es war das Richtige für mich. Ich mache alles für meine jüngeren Fans – das hier war mehr für mich.“

Festivaldirektor Alberto Barbera, der diesen Posten in Venedig bereits vor zehn Jahren einmal ausübte, widmete während der 69. Festspiele ohnehin den Frauen besondere Aufmerksamkeit. Der alte und neue Direktor wollte Filmemacherinnen mehr Platz einräumen, nachdem die Tatsache, dass nur Männer als Regisseure in Cannes vertreten waren, dort kritisiert worden war. So gab es zwar keine Quote, aber vier Frauen im Programm.

Ein ganz besonderes Highlight stellte bisher allerdings ein Film dar, der außer Konkurrenz gezeigt wurde: „Gebo et lombre“. Regisseur Manoel de Oliveira ist eine absolute Ausnahmeerscheinung in der Filmbranche. Der heute 103-Jährige drehte schon Stummfilme und ist der einzige noch lebende Regisseur aus dieser Zeit, der noch aktiv ist. Jetzt brachte de Oliveira Kinolegende Claudia Cardinale auf die Leinwand. Zur großen Freude der Film- und Modefans – denn die Italienerin bescherte viele schöne Rote-Teppich-Momente!