Dos und Don'ts Ein Kompliment
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Was bemerkt der Gastgeber beim späteren Blättern? Gisela hat Manieren, sie hat sich mit dem Professor im Mathelehrerpulli über sein bleiernes Lieblingsthema unterhalten und trotzdem noch gelacht. Gisela ist auch rustikal, wenn es sein muss, denn sie lobt den Linseneintopf, und der lag vielen schwer im Magen. Und: Sie ist eine Kosmopolitin, sonst hätte sie ja nicht auf Französisch geküsst.
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Ansonsten ist alles erlaubt – auch Gedichte. Damit zeigt man Bildung. Ein heiterer Mehrzeiler von Ringelnatz ist natürlich immer sicherer als ein depressiv angehauchtes Werk von Erich Fried. In England ist es gerade angesagt, den Gästen Wasserfarben zur Verfügung zu stellen. Gästebücher werden zu Scrapbooks. Übrigens: Durchblättern ist immer erlaubt – nur Zuklappen nach dem Eintragen nicht. Es sei denn, man hat nicht vor, wiederzukommen. Bleibt nur noch, die Regeln für die Gästebuchbesitzer hinzuzufügen: Niemals jemanden zwingen, sich zu verewigen. Kommt zufälligerweise George Clooney vorbei, weil er sich vor dem Regen schützen will, ist das noch lange kein Grund. Und Mitgliedern von Königsfamilien und Staatschefs gewährt man für gewöhnlich eine ganze Seite. Aber wenn Sie solche Gäste haben, wissen Sie das wahrscheinlich schon.
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