It-BagWelche Tasche wird der neue Bestseller?

Text: Simone Herrmann
© Reuters
Eva Longoria

Da liegt sie. Groß und schmiegsam. Mit dieser unvergleichlich samtigen Haut. Sinnlich und sophisticated zugleich. Experten sagen ihr eine große Karriere voraus. Ihr Name wird sich einprägen. Spätestens dann, wenn sie am Arm eines Stars über den Times Square oder die Avenue Montaigne flaniert. Noch ist sie nichts als eine Verheißung. Und doch wird sie einmal das sein, was man als DIE Tasche der Saison, als aktuelle It-Bag und noch etwas später als Icon-Bag bezeichnen wird.

Letztere stehen über der Mode, gehören zur selben Liga wie ein Ferrari oder ein Collier von Cartier. Moderne Mythen. Eine solche Tasche ist Charakterspiegelung und Statussymbol zugleich. Kleine Lügen inklusive. Früher, als es noch eine „gute Gesellschaft“ gab, vermittelte die Icon-Bag vor allem eine Botschaft: „Ich gehöre dazu.“

Heute sind die Aussagen nuancierter und drücken neben Zugehörigkeit zum kosmopolitischen Fashionzirkel vor allem Kennerschaft aus: keine Fakes. Handarbeit. Authentizität. Und: Mit dem richtigen Teil von Gucci, Yves Saint Laurent, Prada & Co. kommt man auch in No-Name-Jeans in alle Luxusboutiquen und Nobelhotels dieser Welt. Ein Ticket in die Welt der happy few.

Das war nicht immer so. „Noch in den 90ern galten Handtaschen als überholt“, erinnert sich Silvia Fendi, die auf dem Höhepunkt der modischen Totalverweigerung die Fendi-“Baguette“ und ihre kleine Schwester die „Croissant“ erfand. Sündhaft teure Stücke, die trotz Warteliste ohne nähere Beziehungen zum Mailänder Fendi-Clan kaum zu bekommen waren.

Das weckte Begehrlichkeiten, und plötzlich mutierte das etwas angestaubte Haus zur Fashion-Avantgarde. Ein Beispiel, das Schule machte. Die „Jackie O“ mit Bambusgriff von Gucci, die candyfarbene „Lady Dior“, von Prinzessin Diana 1996 zur „Princess Bag“ geadelt und Louis Vuittons bunte Murakami-Kunststücke sind nur einige davon.

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