Italienischer Stil5. Spleens kultivieren

Der große Gianni Agnelli trug seine Armbanduhr ausschließlich über der Manschette. Stefano Gabbana trägt immer gleich zwei. Dahinter steckt das Wissen, dass schöne Kleider eben nur schöne Kleider sind – wenn die Persönlichkeit fehlt.

Bester Beweis sind die vielen in teuerste Labels eingewickelten und doch recht farblosen Russinnen, die gerade die mediterranen Küsten bevölkern. So eignen sich Italiener meistens schon mit 15 irgendeine Macke an. Es kommt vor, dass die Männer ihren Polohemdkragen ausschließlich nach oben geklappt tragen oder ihre Strümpfe immer lila. Auch auf der Stirn sitzende Sonnenbrillen und grundsätzlich etwas zu kurze Hosen – immer wieder gern genommen.

Es gibt Italienerinnen, die auch tagsüber nicht ohne riesige Chandelier-Ohrringe aus dem Haus gehen oder eine Mindesthöhe von zwölf Zentimetern zum Kaufkriterium für Schuhe machen. Andere sammeln Berge von langen Ketten oder tragen von Kopf bis Fuß nur Schwarz. So etwas nennt man: Markenzeichen.

Kennen Sie einen Superstar ohne Markenzeichen? Eben. Der Wille zum guten Stil bedeutet nichts anderes als den Willen zum Dasein als Superstar. Das bringt uns direkt zum nächsten Punkt – der Kür sozusagen: