Italienischer Stil6. Dramatische Gesten einsetzen

Die schönsten High Heels sind nichts, wenn man darin nicht laufen kann. Und die teuerste Kroko-Tasche findet keine Beachtung, wenn sie nicht angemessen zur Schau getragen wird.

Nehmen wir die hochgeklappten Polokragen. Es geht gar nicht um den hochgeklappten Kragen selbst. Es geht um die Geste. Um den dramatischen Griff an den Kragen, wenn in St-Tropez eine leichte Brise aufkommt. Soll sagen: Bei euch Franzosen ist es schweinekalt, das bin ich nicht gewohnt.

Noch wichtiger für uns: Die italienische Art des Taschetragens. Eine Tasche ist nämlich – entgegen der hierzulande weit verbreiteten Meinung – kein Gebrauchsgegenstand. Sie ist Teil des Outfits. Und genauso will sie behandelt werden. Nicht praktisch über die Schulter gehängt (als „praktisch“ gilt in Italien höchstens die U-Bahn), sondern so: den Arm in den rechten Winkel bringen, unter der gut geschnürten Brust nach innen klappen, Tasche daranhängen, fertig. Hat auch den Vorteil, dass einem kein Vespa-Dieb die Tasche wegschnappen kann. Im Idealfall bleibt der Taschendieb an einem hängen. Zur Bestrafung eignen sich dann die oben erwähnten High Heels.