Kleider mit GeschichteOutfits mit Sprengkraft

Auch Gianni Versace kannte die Sprengkraft des sexy Outfits: „Konventionen kann man knacken wie Austern“, war seine Devise. Dass dies manchmal bedeutet, eben nicht die ganz große Geste zu wählen, bewies Kate Moss 1997 in Cannes. Statt im Abendkleid schlenderte sie lässig im grauen Etuikleid von Narciso Rodriguez über den roten Teppich. Ein gewitztes Understatement, das Thema des Abends war.

Auf solch einen Wow-Effekt hoffen alle Modehäuser und manche erkaufen ihn sich. Giorgio Armani hat das nicht nötig. Er findet: „Wenn jemand Armani tragen will, freue ich mich riesig. Aber wir zahlen nicht dafür.“ Auch das pistaziengrüne Kleid von Escada, in dem Kim Basinger 1998 den Oscar entgegennahm, trug sie, weil es ihr gefiel. Ganz ohne Gegenleistung, wie Escada versicherte. Seither gehört das deutsche Label zu den Top-Ausstattern Hollywoods. Red-Carpet-Momente können eben auch das Schicksal eines Modehauses wenden.

Der Rest ist eine Frage der Persönlichkeit: Man kann verlegen lächelnd zum Ruhm schreiten, als hätte man ihn nicht verdient. Oder man kann den Platz einnehmen, den das Universum offenbar für einen vorgesehen hat, weil alles zur rechten Zeit am rechten Ort ist: das Outfit und man selbst. Im Blitzlichtgewitter.