Kleider mit GeschichtePannen nicht ausgeschlossen

Wie überhaupt ein mutiger Auftritt auch mal daneben gehen kann. Das liegt in der Natur der Sache. Sarah Connor erregte mit ihrem Kleid bei „Wetten, dass ..?“ im Januar 2002 mehr Aufmerksamkeit, als ihr zunächst lieb war. „Empörte Anrufer hätte Sarah nun wirklich nicht erwartet. Eine Provokation lag ihr völlig fern“, erklärte ihre PR-Beraterin. Das rote Kleid hatte sie selbst ausgewählt, allerdings nicht bedacht, dass der Stoff im Scheinwerferlicht durchsichtig wurde und mehr bloßlegte, als der ohnehin schon tiefe Ausschnitt zeigen sollte. Immerhin kennt seitdem jeder, dank Titelstory auf Deutschlands meistgelesener Zeitung, ihren Namen.

Cher dagegen wollte mit ihrem Auftritt 1987 bei „Wetten, dass ..?“ eindeutig mehr präsentieren als nur ihren neuen Song. Im durchsichtigen, kurzen Schwarzen, unter dem sie nur einen dunklen String trug, spielte sie virtuos mit ihrem Image als Sexgöttin und Skandalnudel. Die große Aufregung war erwünscht.

Auch Björk löste mit dem inzwischen legendären „Schwan“, den sie bei den Academy Awards 2001 trug, Schlagzeilen aus – von bewundernd bis hämisch. Der Traum aus Tüll und weißen Federn von Marjan Pejoski, komplettiert durch einen schlaff um den Hals hängenden Schwanenkopf, begeisterte auch Avantgarde-Designer Bernhard Willhelm: „Das hätte von mir sein können“, sagte er. Sein Vorschlag für ein Oscar-Outfit: „Ein Hasenkostüm mit goldener Mohrrübe.“

Den Mut zu modischem Humor bringen nur wenige Celebritys auf. Eher bauen sie auf die verlässliche Wirkung eines Designs von Cavalli oder Versace. Weil, wie Donatella Versace erklärt, „meine Kleider scharf sind, aber nie vulgär“.