Kleider mit GeschichteSelbstinszenierungen

Damals begriff jeder in der Filmwelt die Kraft, die im richtigen Outfit steckt. Selbstinszenierungen auf dem roten Teppich gehören seither zum Standardrepertoire cleverer Schauspielerinnen. Als sich Jennifer Lopez 2000 bei der Grammy-Verleihung in einer taillentief dekolletierten, dschungelgrünen Chiffonnummer von Versace den Fotografen präsentierte, gab sie sich hinterher unschuldig: „Es war einfach nur ein hübsches Kleid. Wobei ich die Ärmel eher brav fand.“ Aber der sexy Auftritt pushte ihre Musik- und Filmkarriere weiter nach oben.

Auch ein Imagewechsel kann mit dem richtigen Kleid gelingen. Hilary Swank erschien bei den Oscars 2005 mit einem vorn hochgeschlossenen, nachtblauen Guy-Laroche-Kleid, dessen Clou – das potiefe Rückendekolleté – sie graziös zelebrierte. Nach ihrer zwar gelobten, aber unglamourösen Rolle in „Million Dollar Baby“ ein perfekt kalkulierter Auftritt, der verhinderte, dass sie für ewig in der Schublade „begabt, aber hausbacken“ verschwand.

Aus Imagegründen entschied sich wohl auch Gwyneth Paltrow 2002 für einen Grufti-Look von Alexander McQueen. Drei Jahre zuvor hatte sie ihren Oscar in einer zuckerrosa Taftrobe von Ralph Lauren abgeholt – und wurde ihr Image als „All American Sweetheart“ nicht mehr los. Im schwarzen Netz-Tanktop ohne etwas darunter symbolisierte Mamis Darling, dass sie eine härtere Gangart einschlagen wollte. Eine provozierende Geste, auch wenn nicht alle das Outfit für gelungen hielten.