Stilkritik NRJ Music Awards Verführerische Dekolletés treffen auf Kniestrümpfe

[kein Linktext vorhanden]Wer atemberaubende Roben und klassische Schönheit sehen will, sollte nicht auf ein Musikevent gehen. Statt altem Hollywood-Glamour gibt es dort immer eher Trendoutfits und modische Verrücktheiten zu sehen. Aber so verrückt? Bei den NRJ Music Awards in Cannes zeigten sich die Stars und Sternchen der Musik-Branche in Outfits, die mit französischem Stilgefühl wenig zu hatten. Es gab stattdessen jede Menge nackte Haut zu sehen, schräge Stoffungetüme und einen sonderbaren neuen Trend in der Männermode: den Kniestrumpf.

Sänger Stromae ließ sich wie eine leblose Schaufensterpuppe über den roten Teppich schleppen - und hatte wegen der mangelnden Bewegung offenbar Angst vor erhöhter Trombosegefahr. Oder wie lassen sich seine blauen Zirkulationsstrümpfe zum Kanarienvogel-Outfit sonst erklären? Auch Will.i.am wollte bei der Kniestrumpf-Katastrophe mitmachen. Wenigstens waren seine aber schwarz und fielen zum sonst moderaten Outfit kaum auf.

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Lady Gaga für Arme? Stromae ließ sich in Kniestrümpfen über den roten Teppich schleppen.
Für viele der Damen wären Kniestrümpfe an diesem Abend aber sicher so gar nicht infrage gekommen. Sie zeigten lieber jede Menge bloßer Haut. Und noch mehr. Unter Amel Bents transparentem Spitzenkleid blitze unschöne helle Oma-Wäsche hervor. Sexy ist anders. Auch Sangeskollegin Elodie Frege zeigte, was sie hat. Ihr Kleid verbreitete akuten Busenblitzer-Alarm. Wenigstens aber schaffte sie es, ihren Riesen-Ausschnitt mit Klebeband unter Kontrolle zu halten. Bei Alizee war es die Körpermitte, die jeder bestaunen konnte. Ihr Bauchfrei-Top wirkte wie eine modische Schreckensvision aus der 90er-Jahren.

War denn bei so viel Modepatzern auch noch Platz für einige Style-Highlights? Tatsächlich gab es auch die bei den diesjährigen NRJ Music Awards. Katy Perry zum Beispiel brachte den roten Teppich in ihrem goldenen Brokat-Vokuhila-Kleid von Osman zum Strahlen. In Funkelkleid und Glitzer-Heels holte sie sich den Preis für den besten internationalen Song des Jahres ab. Seltsam, dass es ausgerechnet eine Amerikanerin sein musste, die die französischen Kollegen modetechnisch so sehr in den Schatten stellte.