Paradiesvogel beim Hoeneß-ProzessRot, eng, sexy: Darf eine Gerichtssprecherin das?

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Ganz schön heiß für eine Gerichtssprecherin: Im roten Kleid trat Titz vor die Presse.
Seriös, am besten grau und vor allem unauffällig - mal ehrlich, so stellt man sich doch die Menschen in einem Gerichtssaal vor. Andrea Titz, ihres Zeichens Sprecherin des Oberlandesgerichts München, scheint da etwas anderer Meinung zu sein. In den vier Tagen des Steuerhinterziehungs-Prozesses gegen Uli Hoeneß fiel sie mit Outfits auf, die so gar nicht in die Seriös-Kategorie passen wollen. Enge Kleider, knallige Farben, mutige Prints - diese Frau traut sich etwas.

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Erstaunlich, dass die Outfits einer Frau es sogar schaffen, die Presse von mehr als 27 Millionen hinterzogenen Euros abzulenken. Andrea Titz allerdings hat genau das geschafft. Die Frau, die Sie im Fernsehen meist nur von der Brust aufwärts sehen, trug enges Leo-Röckchen, ein sexy rotes Kleid mit knappem Sitz und verkündete das Urteil gegen Uli Hoeneß im Outfit mit wildem Schlangenprint. Immer setzt die Sprecherin mit üppigem Schmuck, am liebsten in Gold, noch eines drauf.

Titz ist übrigens selbst Richterin und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Richterbunds. Anscheinend hatte sie aber nichts dagegen, die schwarzen Roben für den Prozess gegen Hoeneß einmal am Haken hängenlassen zu können. Die „Bild“ bezeichnete sie wegen ihrer auffälligen Röcke und Kleider gar als „der Hingucker auf dem Gerichtsflur“.

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Auch bei einer Pressekonferenz zum NSU-Prozess im Jahr 2013 zeigte sich Andrea Titz im frechen Paisley-Muster
Zu „Lady in Red“ inspirierte die Boulevard-Zeitung das eng anliegende Kleid in Uli-Hoeneß-Hautton-Rot, das die Gerichtssprecherin mit lilafarbenen High Heels kombinierte. Auch die Münchner Zeitung „tz“ schrieb ganz aufgeregt.: „Das Blitzlichtgewitter scheint sie zu genießen - denn sie kleidet sich nicht etwa dezent, sondern äußerst auffällig.“

Viel Aufregung, wenn man bedenkt, um welche Summen und um welche durchaus lange Haftstrafe für einen Prominenten es bei dem Prozess eigentlich ging. Weil die Aufregung um die modisch umstrittene Gerichtssprecherin aber nun mal da ist, stimmen wir auch mit ein - und möchten Andrea Titz für ihren Mut loben. Schwarzen Hosenanzug und Tweed-Kostüm kann jede! Viel erfrischender ist es doch, auch in einem Gericht mal eine elegante, aber freche und stylische Frau zu sehen. Grau und trist ist dieser Ort ansonsten ja schon genug.



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