Im UrlaubNacktbader und Bedienungsschnipser

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Im Urlaub fallen einem die Peinlichkeiten anderer Reisender immer besonders auf. Sei es, dass sie mit den Einheimischen gebrochen Deutsch sprechen oder deren Sitten missachten. Kann aus Unkenntnis passieren – der Möchtegern-Kosmopolit könnte sich aber auch vorher kurz damit befassen.

In manchen Situationen sollten Frauen einfach auf Spaghettiträger-Tops verzichten (steht sowieso den wenigsten Oberarmen) und Röcke anziehen, die Po UND Oberschenkel bedecken (steht den meisten Beinen besser). Angenehmer für die anderen ist es auch, wenn Paare sich beim Küssen in der Öffentlichkeit nicht verzehren. Wenn dann der Busen am Strand und Pool noch verpackt bleibt, ist fast alles gut. In geschlossenen Räumen ist noch mehr Kleidung gefragt. Wir wollen keine Badekleidung oder nackte Bäuche in der Lobby oder im Restaurant sehen.

Im Restaurant sollten Sie in den meisten Ländern am Eingang warten, statt an einen Tisch zu stürzen und sich gesellig zu anderen Gästen zu setzen. Die Regel „Waiting to be seated“ hat sich fast weltweit durchgesetzt. In besseren Restaurants wird Ihnen der Kellner höflich den Stuhl zurechtrücken, bitte zerren Sie nicht gleichzeitig am Stuhl. Spätestens wenn Sie sitzen, sollten Sie jede Art von Kopfbedeckung abgenommen haben. Halten Sie Ihre Frisur im Zaum, denn wild fliegende Haare sieht kein anderer Gast gerne in seinem Essen. (Dass Sie sich nicht kämmen oder die Nägel feilen sollten, ist klar – auch das haben wir schon erlebt!)

Und zugegeben, Kellner treten ab und an arrogant oder unfreundlich auf – dennoch rufen Sie nie, niemals lauthals „Kellner", „Bedienung“ oder „Garçon“ und schnipsen Sie nicht mit den Fingern (Fremdschäm-Faktor 12!). Reagiert niemand auf Ihr mehrmaliges dezentes Handzeichen, dann verlassen Sie diese Örtlichkeit besser, noch bevor Sie bestellen. Falls Sie sich einen Wein gönnen, bitte wärmen Sie ihn nicht mit der gesamten Hand an – das Glas hat aus gutem Grund einen langen Stil.

In vielen Ländern ist es durchaus erlaubt, mit der Hand zu essen, aber dann eben nur mit der rechten. Die Serviette stopft man sich auch dort nicht in den Ausschnitt. Und wenn Sie so müde sein sollten, dass Sie sich mit Ihren Ellenbogen abstützen müssen, dann lassen Sie das Essen bleiben, und gehen Sie lieber ins Bett.

Während es beim Stadtführer und Kofferträger durchaus in Ordnung ist, das Trinkgeld in die Hand zu geben (oder Ersterem besser noch beim Händeschütteln zu überreichen), legen Sie es im Restaurant auf das Geldtellerchen oder in die Mappe (bei Kreditkartenrechnungen ist entweder ein extra Feld vorhanden, oder Sie runden direkt auf).