Kurz und gutPlädoyer für Miniröcke

Text: Wäis Kiani
Plädoyer für Miniröcke
A model displays an outfit as part of Moschino's Spring/Summer 2007 women's collections during Milan Fashion Week

Neulich stieß ich auf einen Stapel alter Fotos: meine Eltern mit Verwandten und Freunden an der Strandpromenade von Norderney oder irgendwo in der Brüsseler Innenstadt. Was an diesen Bildern auffiel: Die Frauen hatten ausnahmslos sehr knappe Minis an!

Zweite Erkenntnis: Eigentlich konnte sich das – bis auf meine Mutter – keine der Damen leisten. Meine kleine, untersetzte Tante trug damals beigefarbene Hotpants und Strümpfe mit Blumenranken an der Seite. Eine Freundin posierte im kurzen, gelben Kleid und vorn geschnürten, weißen Stiefeln. Die Stiefel sahen allein schon wegen der strammen Waden und üppigen Oberschenkel ziemlich eng aus.

Und auf einem Klassenfoto steht meine Grundschullehrerin in einem unverschämt kurzen Faltenröckchen neben uns; ihre Beine haben ebenfalls keine Ähnlichkeit mit denen von Gisele Bündchen. Nun sind diesen Sommer kurze Röcke zwar wieder superhot, aber die Lehrerinnen von heute will ich mal sehen, die sich im Mikromini neben ihren Schülern ablichten lassen.

Die Einzige, die im hohen Alter diesen Trend mitmachen wird, werde wohl ich sein. Denn jede meiner Freundinnen, denen ich von dem aktuellen Mode-Gebot „kurz, kürzer, am kürzesten“ erzähle, winkt sofort ab: Dazu habe ich nicht die Beine. Nur – warum war es den Frauen vor 30 Jahren egal, ob sie dicke oder krumme Beine hatten? Hauptsache, der Rock sah sexy aus!

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