Nicole KidmanDer Zauberer von Oz

Text: Claudia Casagrande
© Reuters

Nicole Kidman hat über die Jahre hinweg ihr Aussehen verändert. Einiges mag dem Alterungsprozess zuzuschreiben sein, anderes gut ausgebildeten Fachleuten. Wirkte sie zu Beginn ihrer Karriere eher wie ein Mädchen vom Lande, mit wilder Mähne und einem runden Gesicht, ist sie heute eine Dame mit perfekt geformten Lippen, wohlgesetzten Backenknochen und gezähmten Haaren. Und wie die Haare so auch die Ausstrahlung – stets kontrolliert, fast perfektioniert. Eben wie eine der von ihr dargestellten „Frauen von Stepford“, also Roboterinnen.

© Reuters

Bei diesem Outfit wirkt es so, als sei das Kontrollierte nach außen gekehrt. Wie eine Kreuzung des Blechmannes aus „Wizard of Oz“ und einem Stepford-Roboter zeigt sich Kidman auf dem roten Teppich. Die Hose sieht unbequem aus, wie aus einem Material geschneidert, das die Haut nicht atmen lässt und nach Lack riecht. Ein Hauch der 60er-Jahre haftet dem Outfit der Oscar-Preisträgerin an. Als wollte sie für die Hauptrolle von „Barbarella macht Karriere“ vorsprechen. Der Kummerbund über der Hose gestaltet die Figur noch mehr in Richtung Roboter. Wie einzelne Blechteile kommen Hose, Jacke, Kummerbund und Shirt zusammen. Wobei das Shirt eine zusätzliche Finesse zu bieten hat: Die einzelnen Stoffteile werden in der Mitte durch dicke „Schweißnähte“ zusammengehalten.

Apropos Schweiß – selbst Mrs. Perfekt ist wohl bei diesem Outfit etwas warm geworden, denn ihr sonst makelloser Teint reflektiert ein wenig im Schweinwerferlicht.

Bleibt als letzter Kritikpunkt der Schmuck. Sicherlich weiß ich den sparsamen Einsatz von Ketten und Ohrgehängen zu schätzen, aber an den Fingern wirkt die gut verdienende Schauspielerin doch etwas nackt. Aber wahrscheinlich konzentrierte sich Kidman so sehr auf die eigene Fernbedienung in ihrer Hand, dass sie vergaß die Ringe anzulegen.