Stil-Klau Das hat sie von mir!

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Neulich in der Mittagspause bei H&M: „Wie findest du das Top?“ „Süß, sitzt bei dir sogar besser als bei mir.“ „Du hast es auch?“ „Hmmm.“ „Macht es dir was aus, wenn ich’s mir kaufe?“ „Überhaupt nicht.“
© Creatas
Was rede ich da bloß? Natürlich will ich nicht, dass sie das Top kauft. Ich hatte es zuerst. Es war MEIN Top. Und jetzt klaut sie es mir. Kuh! Natürlich hätte ich auch sagen können: Entweder du legst dieses hinreißende kleine Satinfähnchen sofort zurück ins Regal oder ich erwürge dich damit, okay? Aber das schickt sich nicht unter guten Kolleginnen. Außerdem: Hätte sie nur einen Funken Anstand im Leib, würde sie von selbst darauf kommen, dass ich nicht will, dass sie das Top kauft, obwohl ich ihr gerade gesagt habe, dass sie es sich ruhig kaufen kann. Kommt sie aber nicht. Kuh.

„Du schreibst doch nichts Schlimmes über mich, oder?“, will ein wenig später Kollegin A wissen, während sie versucht, auf meinen Bildschirm zu linsen. „Nein“, sage ich unschuldig, „nur die Wahrheit.“ Und dann weide ich mich an ihrem panischen Blick. Seitdem ich an diesem Text schreibe, zittert die Redaktion. Ein kleines bisschen genieße ich das. Okay, ein großes bisschen. Nach drei Jahren AMICA kann ich mich endlich rächen – für all die identischen Oberteile, den nachgekauften Schmuck und die dreist übernommenen Formulierungen.
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