KolumneMit Signalwirkung

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Wichtig beim Taktik-Dressing sind natürlich die richtigen Signale. Einmal trug ich bei einem Arztbesuch in einem Krankenhaus grüne Leggings unter einem weißen Chiffonkleid. Das war sehr unangenehm, denn es fehlte nicht viel und man hätte mich am Arm zurück in meine „Abteilung“ geführt. Worauf kommt es also an? Erstens: dem anderen mit der Kleidung Respekt zu zeigen und mitzuteilen: He, ich weiß, was du magst. Das erzeugt immer Sympathie. Zweitens: Erwartungen in eine positive Richtung zu drehen, weil Stimmung, Ort und Anlass genau aufeinander abgestimmt sind. Drittens: sich selbst wohlzufühlen in seiner Haut, also zu wissen, dass man eine „gute Figur“ macht. Und viertens: Konzentration auf das, was man erreichen will.

Für den Fall, dass es mein Ziel ist, Nähe zu erzeugen und meinem Gegenüber meine geistige Vertrautheit zu signalisieren, erscheine ich schlicht in Jeans und Pullover. Trage ich etwas Strenges, zum Beispiel eine weiße Bluse und ein krasses Jackett, möchte ich Distanz schaffen. Will ich mit meinem Anblick nur Freude bereiten, dann kommen ein schönes Kleid, passender Mantel und Lackschuhe zum Einsatz.

Ein paar tiefere Gedanken zum Outfit lohnen sich immer. Denn der, dem das Verkleidungsspiel gilt, ist meist so angetan, dass die Dinge ganz von allein in die richtige Richtung laufen. Und man hat ja doch keine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu hinterlassen.

Wäis Kiani freut sich über Anregungen, Tipps, Kommentare. Einfach mailen an: modekolumne@amica.burda.com

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Mit Signalwirkung