Sommer adeNerz und Wollkleid

Aber nix. Die Sohlen meiner goldenen Roger-Vivier-Slipper sind immer noch sauber. Denn was nützten mir meine gut ausgesuchten Fummel für die wenigen Gartenpartys und Dachterrassen-Events, auf denen ich eingeladen war, wenn jedes Mal bei den betreffenden Anlässen das Wetter überhaupt nicht zu dem bereits zurechtgelegten Outfit passte?

Die letzten Monate lief es ständig so: Vernissage im Haus von Schnischnaschnu mit anschließendem Dinner? Langweilig, aber eine gute Gelegenheit, das Serviermädchenkleid von Browns in London vorzuführen. Am Abend regnet es, genau wie beim Barbecue ein paar Tage später und bei allen anderen Sommerfesten. An den heißen Tagen war ich nirgends eingeladen. So blieben die schlau zusammengestellten Stücke allein zu Hause, stattdessen durften olle Strickjacken und lange Hosen mit. Gähn.

Im Winter wird das niemandem passieren. Wenn ich in den nächsten sieben Monaten vorhabe, eins der oben erwähnten Wollkleider auszuführen, kann mir das kein Wetterumschwung verderben. Ist es mild, ziehe ich eine Matrosenjacke (von Balenciaga) drüber. Gibt es Schnee, trage ich meinen geliebten Nerzmantel von Rena Lange, der so weich ist wie die Katze meiner Schwester hinter den Ohren. Bitte, lieber Gott, lass es schnell schneien.

Wäis Kiani freut sich über Anregungen, Tipps und Kommentare. Einfach mailen an: modekolumne@amica.burda.com

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Nerz und Wollkleid