Taschen als GeldanlageIn diese It-Bags sollten Sie jetzt investieren

von AMICA Online Redakteurin
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Carrie Bradshaw wusste schon, wovon sie redet. „Ich mag Geld, genau da, wo ich es sehen kann ... hängend in meinem Kleiderschrank“, sagte die fiktive Modeikone in einer Folge der Serie „Sex and the City“. Doch während der Serienheldin wegen ihrer Shopping-Wut häufig das Geld für die vermeintlich wirklich wichtigen Dinge im Leben – wie zum Beispiel eine Immobilie - fehlte, wissen reale Fashionistas längst: ein edles Designer-Stück ist im Zweifel eine viel bessere Investition als so ein eigenes Apartment. Wie Kunstgegenstände werden teure Taschen mittlerweile nämlich bei Auktionshäusern und in Vintage-Shops gehandelt. Und die gebrauchten Stücke erzielen Erlöse, die dem ursprünglichen Neupreis sehr nahe kommen oder ihn teilweise weit übersteigen.

Eine Tasche kann also eine perfekte Geldanlage sein – und eine hübsche Geldanlage noch dazu. Eine, die man mit sich herumschleppen und sogar abnutzen darf und die trotzdem immer mehr wert wird. Weit verbreitet ist die Fashion-Geldanlage allerdings noch nicht. Eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Generali-Versicherung im Jahr 2012 untersuchte, welche materiellen Güter den Deutschen wirklich wichtig sind. Das Ergebnis: Hinter Immobilien, Autos und sogar hinter Haushaltgeräten sind Schmuck und Accessoires als Investition weit abgeschlagen. Dabei kann genau so eine Investition in ein Accessoire sehr lohnenswert sein. „Das betrifft vor allem Modelle, die mit der Zeit auch optisch an Charme gewinnen und durch eine gewisse Patina noch interessanter werden“, erklärt Julia Boldt, Online-Sales-Managerin bei Vite Envouge, einem Online-Shop für Vintage-Designermode. Eine nicht mehr ganz neue Birkin Bag zum Besipiel findet schon mal für über 200.000 Euro einen Zweit-Besitzer.

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Bei Auktionen erzielen Luxustaschen oft gute Preise.
Doch Designer-Tasche ist - natürlich - nicht gleich Designer-Tasche. Es sind ganz bestimmte Modelle, die auch gebraucht einen hohen Wiederverkaufswert versprechen. „Vor allem sind es jene Stücke, die nur in limitierter Auflage angeboten werden oder handgefertigt sind“, sagt Alexandra Podeanu, deren Online-Shop Glamloop sich ebenfalls auf gebrauchte Designer-Teile spezialisiert hat. „Mit ihnen verhält es sich dann wie mit einem Oldtimer oder einem guten Wein.“ Doch was sind nun die wichtigsten It-Bags für Anleger? AMICA Online hat Klassiker und neue Trendteile zusammengestellt, bei denen sich eine Investition lohnt.

Diese Klassiker sind Gold wert

Ihre Oma war auch schon ein Fashion Victim? Super, denn besonders alte Erbstücke zeitloser Klassiker sind es, die sich gut weiterverkaufen lassen. „Einige Labels sind auch nach vielen Jahren noch ein Umsatzgarant. Dazu gehören etwa Louis Vuitton, Hermès und Chanel“, erklärt Boldt. Doch gerade bei solchen Marken müssen Käufer aufpassen. „Es gibt viele Fakes“, sagt Podeanu. „Man sollte die Echtheit genau überprüfen. Notfalls einen Vertreter des Labels kontaktieren.“ Diese Klassiker gehören zu den begehrtesten:

Hermès Birkin Bag: Jeder kennt sie, jeder will sie: Die Birkin Bag von Hermès ist das Lustobjekt unter Taschensammlern. Das edle Stück ist seit 1984 auf dem Markt und nach der Schauspielerin Jane Birkin benannt. Was sie so erstrebenswert macht: die hohe Qualität, die geringen Stückzahlen und natürlich der hohe Preis. Unter 4800 Euro für das allereinfachste Modell geht auf der nach oben offenen Birkin-Skala gar nichts. 2011 brachte ein Auktionshaus in Dallas die Tasche sogar für 203.150 Dollar an den Mann. Die damit teuerste Tasche, die je versteigert wurde, hatte rotes Krokodilleder und Verschlüsse aus Weißgold. Genau solche Details sind es, die bei Sammlern besonders beliebt sind. „Birkin Bags aus den Jubiläumseditionen erzielen oft hohe Preise“, erklärt Podeanu. „Dafür reichen schon ganz kleine Unterschiede beim Material oder den Verschlüssen.“

Hermès Kelly Bag: Auch der zweite unserer Klassiker kommt aus dem Hause Hermès. Die Kelly Bag hat den Namen Klassiker sogar noch viel mehr verdient. Es gibt sie bereits seit 1935. Seit den 50er-Jahren ist sie nach Grace Kelly benannt, die die Tasche sehr schätzte. Die Kelly Bag wird in Handarbeit gefertigt und ist in schier unzähligen Farbvarianten zu haben. 18 bis 24 Stunden sitzt ein Arbeiter daran, bevor das gute Stück vollendet ist. Die Preisspanne für eine neue Kelly Bag ist sehr groß. Die einfachste ist für rund 4500 Euro zu haben, der Preis kann aber locker in die Zehntausende steigen. Bei Auktionen wird kaum jemand seine Kelly Bag unter dem Einkaufspreis anbieten müssen. Auch Wertsteigerungen sind möglich, sie liegen aber deutlich unter denen, die gebrauchte Birkin Bags bereits erzielt haben.

Chanel Flap Bag: Wer trendy sein will, trägt in dieser Saison eine Tasche, die möglicherweise auch Oma schon im Schrank hatte. Die Chanel Flap Bag 2.55 gibt es bereits seit 1955. Was sich damals gut verkaufte, tut das auch heute noch. „Stepptaschen sind ein Klassiker, aber gerade auch bei jungen Trägerinnen wieder sehr beliebt“, weiß Julia Boldt. Am Herstellungsprozess sind pro Tasche zwischen sechs und 15 Mitarbeiter beteiligt, von denen jeder ein intensives Training absolviert haben muss. Die Form der Tasche hat Chanel über die Jahre etwas abgewandelt. Und trotzdem: Wenn Sie auf dem Dachboden über eine alte Chanel stolpern, werden Sie vermutlich nicht das schlechteste Geschäft machen. Ein neue Flap Bag ist ab 3000 Euro aufwärts zu haben. Bei Versteigerungen des Auktionshauses Christie's sind aber bereits Stücke verkauft worden, die locker den dreifachen Preis einbrachten. „Investment-Bag“ heißt diese Tasche deshalb im Auktionärsjargon.

Louis Vuitton Speedy: Natürlich reiht sich auch Louis Vuitton in die Riege der wertvollen Klassiker ein. Die Speedy gehört zu den beliebtesten Stücken des Hauses und ist ihr Geld auch nach Jahren noch wert. Besonders darf sich freuen, wer eine Speedy aus einer der vielen Spezialeditionen des Hauses sein Eigen nennen darf. „Dazu gehört etwa die Graffiti-Kollektion, die Stephen Sprouse für Louis Vuitton entworfen hat“, sagt Boldt. In diesen Sondereditionen bekam die Speedy stets einen neuen Anstrich mit wilder Neon-Schrift über dem klassischen Monogramm oder buntem Kirschdesign. Die limitierten Kollektionen versprechen auch gebraucht hohe Preise. „Denn was selten ist, verkauft sich gut“, so Podeanu. Eine neue Speedy ist im Vergleich zu den anderen Taschenklassikern geradezu preiswert, kostet „nur“ rund 635 Euro. Zum Vergleich wieder Zahlen des Auktionshauses Christie's: Eine silberbarbene Speedy wechselte für über 9000 Euro den Besitzer - und überstieg damit ihren Schätzwert um 800 Prozent.

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