Versace für H & MKampf um Versace-Teile

Der Weg zum Versace-Teil führt über ein Bändchen. Entscheidend die Farbe. „Ich bin schon seit halb sieben Uhr morgens hier gewesen, um mir mein Bändchen zu holen“, berichtet Silvia Bedir und betrachtet stolz das mit Nieten besetzte Shirt und die schwarze Leggins, alles Errungenschaften aus der Versace-Kollektion. Und sie ist nicht die einzige H&M-Kundin, die schon in frühester Morgenstunde zur Filiale am Marienplatz in München gepilgert ist, um sich die begehrten Versace-Teile zu sichern.

Dabei scheint der schwedische Moderiese diesmal ein ausgeklügeltes System entwickelt zu haben, ganz nach dem Motto: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Die alles entscheidenden Armbänder wurden bereits um sechs Uhr morgens verteilt, was dazu führte, dass Kunden bereits um fünf Uhr morgens in der Kälte ausgeharrten, um eines zu ergattern. Die unterschiedlichen Farben der Armbänder zeigten den Kunden dabei an, wann sie in der limitierten Zeitspanne von genau einer Viertelstunde den abgetrennten VIP-Bereich betreten durften.

„Schon ab sechs Uhr war so viel los vor dem Laden, dass sich bereits eine 100 Meter lange Schlange gebildet hatte“, erzählt eine Verkäuferin. „Kurz nach acht Uhr waren die Bändchen weg und in der ersten Dreiviertelstunde die ersten Teile, wie der schwarze Nietenrock und die schwarzen Ledertaschen restlos ausverkauft.“

Limitierte Auswahl beim Kauf

Wer sich nicht in der Kälte die Beine in den Bauch stehen und online ordern wollte, hatte schon kurz nach 10 Uhr morgens Pech als der Shop freigeschaltet wurde. Der Server war heillos überlastet und bestellen auch um 15 Uhr noch unmöglich.

Das Bändchen-System verhinderte in den Läden selbst dabei vor allem eines: Geschubse, Gedrängel und Unordnung im Laden. „Die Sachen sind immer erstaunlich ordentlich aufgehängt und immer wieder nachgefüllt“, wie die H&M-Kundin Diana Amman berichtete.

Wer sich eines des bunten Bändchen ums Handgelenk schlingen konnte, für den hieß es gut nachdenken, was man aus dem mit grüner Leoparden-Tapete dekorierten Bereich mitnehmen wollte.

„Nur eine Größe pro Kollektionsteil ist erlaubt“, ermahnt das strikte Verkaufspersonal gleich am Eingangsbereich ihre Kunden. Nach zehn Minuten wurde die Shoppingfreude dann wieder unterbrochen und eine freundliche Durchsage machte die Kunden bestimmt darauf aufmerksam, dass sie den Versace-Bereich leider in fünf Minuten verlassen müssen, um der nächsten Farbe Platz zu machen.

Die Qualität hat nachgelassen

„Ich habe schon vorher im Internet nach meinen Lieblingsteilen Ausschau gehalten und freue mich jetzt total, dass ich noch eine der Lederjacken ergattern konnte“, berichtet eine Kundin freudestrahlend als sie den Bereich verlässt und fügt hinzu, dass die „Qualität schon besser im Vergleich zu der üblichen H&M-Ware ist“.

Doch nicht jede zeigte sich so begeistert: „Ich bin nur wegen einer Freundin hier, die sich das pink-orange-farbene Paillettenkleid holen wollte. Ich selber kann mit den Designs von Versace nichts anfangen und finde auch, dass die Qualität für den Preis echt nachgelassen hat. Bei Lagerfeld gabs noch ein paar schöne Sachen, aber das hier überzeugt mich gar nicht. Meine Freundin hat sich das Kleid auch nur für einen Bühnenauftritt gekauft“, erzählt Diana Amman.

Bei der Männerkollektion, die durch schrilles Pink und psychedelische Muster besticht, kalkulierten die H&M-Verkäufer scheinbar nicht mit so einem großen Andrang wie der Versace-Fan Johannes Kabisch ganz außer Atem sagt: „Beim Männer-Shop gab es keine Bändchen, was dazu geführt hat, dass um acht Uhr alle in den Laden gerannt sind. Nach ein paar Minuten waren die Accessoires direkt ausverkauft.“

Mittags wurde die Absperrung endlich zur Seite geräumt, die Türsteher nach Hause geschickt und der Kampf um die letzten Kollektionsteile damit eingeläutet. Vorbei ist es mit der Clubatmosphäre. Um noch das ein oder andere Stück zu ergattern, heißt es jetzt Ellbogen ausfahren statt im abgetrennten VIP-Bereich shoppen.

Die Damenkollektion
Die Home-Kollektion
Die Männerkollektion