ColoradoHang zur Sucht

Text: Petra Pfaller

Menschen, die von dort zurückkehren, sind verdorben. Gehirngewaschen, arrogant irgendwie. Die Frage „Gehst du mit mir am Wochenende nach Österreich Ski fahren?“ quittieren sie oftmals nur noch mit mitleidigem „Dein Ernst?“-Blick. Menschen, die von dort zurückkommen, wollen nicht mehr auf österreichischem Kunstschnee fahren. Sie wurden süchtig gemacht, und die Droge heißt „American way of skiing“, hochdosiert verabreicht in den Rocky Mountains, den Vail Resorts in Colorado.

Warum sonst, wenn nicht für einen rauschhaften Trip, sollte man 11 Stunden nach Denver fliegen, danach weitere drei Stunden in einem schlecht beheizten Shuttle-Bus des Colorado Mountain Express sitzen, um sich am nächsten Morgen gejetlagt und nach Sauerstoff japsend auf knapp 4000 Meter Höhe liften zu lassen? Es gibt dort vier Vail Resorts – neben Keystone und Breckenridge allen voran Beaver Creek und Vail selbst – und fünf Gründe, sich lustvoll in die Abhängigkeit zu stürzen:

© Byron Hetzler, CTO, www.colorado.com
Traumhafte Buckelpisten

Der Schnee:
Man nennt ihn Champagne-Powder, und in Europa werden Sie ihn nicht finden. Von Oktober bis Mai fallen hier, meistens nachts, acht bis neun Meter Schnee, bei extrem trockenem Klima – und im Schnitt 300 Sonnentagen im Jahr. Übrigens müssen Sie hier nicht Tiefschneefahren können. Den Flow unter Ihren Carvern besorgen Milliarden winzigster, staubtrockener Eiskristalle. Zauber-Schnee, der Ihnen jeden Tag vorgaukelt, gottgleich Ski fahren zu können!