ColoradoService und Luxus

© Tom Stillo, CTO, www.colorado.com
Pulverschnee und knallblauer Himmel

Der Service:
Beim Betreten der Hütten und an den Liften werden Kleenex-Tücher für Nase und Brille gereicht. Jeden Nachmittag um drei lädt Beaver Creek die bedürftige Snow-Society auf Cookies und heiße Schokolade ein. Kalte Füße hat niemand, denn die Gehsteige in Beaver Creek sind beheizt. Ski-zum-Lift-Schleppen entfällt komplett. Sobald auch nur eine Steigung zu erahnen ist, hilft freundliches Personal auf die „Magic Carpets“-Rollbänder, auf denen man auch noch den Schnee von den Stiefeln gekehrt bekommt.

So viel Fürsorge ist für Menschen, die ansonsten den alpenländischen Servicestandard gewohnt sind („Wos wuist?“), oft zu viel. Deshalb kommt es auch zu rührenden Missverständnissen; etwa wenn ein Gast am Hintereingang des „Park Hyatt Beaver Creek“ laut um Hilfe schreit, weil ihm seine Ski weggenommen werden. Es war aber nur der etwas zu hilfsbereite Doorman des Hotels!

© Larry Piece, CTO, www.colorado.com
Skifahren in Perfektion

Das (gefühlte) Reichsein:
„Beano’s Cabin“, „Allie’s Cabin“, „Zach’s Cabin“ … So heißen in Beaver Creek kleine, zwischen Bäumen versteckte Holzhütten am Berg, wo mittags Red Snapper und kalifornischer Sauvignon Blanc serviert wird. Ein Ski-Butler hilft lautlos beim Ausziehen der Skistiefel, bringt warme Pantoffeln und geleitet zu Tisch. Wer hier zum Lunch einkehrt, zahlt gern 150 Dollar fürs Essen – und vorher 85 000 Dollar Aufnahmegebühr, dass er überhaupt hier essen darf. So viel kostet die Mitgliedschaft im Beaver Creek Club, der sich den Luxus dieser „Privacy“ leistet.

Aber: Abends sind die Clubs im schicken Colorado-Style auch fürs Volk geöffnet, das von Pistenraupen mit Anhängern in Decken gemummelt angekarrt wird.

© J. C. Leacock, CTO, www.colorado.com
Auch für Skitouren der Hit

In Beaver Creek kostet ein Chalet zwischen drei und 30 Millionen Dollar; werden neue Appartements gebaut, sind sie – sobald nur die Baupläne fertig sind – innerhalb von drei Stunden verkauft.

Und dennoch: Obwohl oft als amerikanisches St. Moritz bezeichnet, fühlt man das Geld eher, als dass man es sieht. Keine Blondinen in Protz-Pelzen, stattdessen Lammfell und Leder. Abends in der „Lodge at Vail“ schwebt viel diskrete Ralph-Lauren-Eleganz über just die Treppe, die schon Linda Evans alias Krystle Carrington im „Denver-Clan“ herabstieg. Im Grunde genügt es, eine Jacke von Bogner – dem mit Abstand beliebtesten Ski-Label in Amerika – zu tragen, um nicht aufzufallen.

Ach ja, und man sollte sich angewöhnen, im „Starbucks“-Coffeeshop keine Münzen in die Tip-Box zu werfen. Das laute Pling des Metalls klingt so verstörend fremd, dass sich Köpfe umdrehen. Denn alle anderen vor Ihnen haben nur Scheine hinterlassen.

3
Service und Luxus