Hotel-KlassifizierungKleine Sternenkunde

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Ohne Hotelsterne geht gar nichts. Wer eine Unterkunft sucht, orientiert sich an ihnen. Sie sagen ihm, ob er nun in einem guten Mittelklassehaus oder in einem vornehmen Nobelhotel eincheckt. Drei Sterne bedeuten für die meisten von uns solides Mittelmaß mit Farb-TV und Frühstücksbuffet, fünf Sterne bedeuten livrierter Portier und ein flauschiger Bademantel auf dem Zimmer.

Aber die Zeiten ändern sich. Und so auch die Kriterien für die Klassifizierung von Hotels in der Bundesrepublik. Sie waren 1999 zum letzten Mal den Verhältnissen angepasst worden. Jetzt hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) die Merkmale für die verschiedenen Hotelklassen erneut aktualisiert. Herbergen, die sich nun mit mindestens einem Stern schmücken wollen, müssen statt ehemals 237 nun 279 Kriterien erfüllen.

Der wichtigste Unterschied zu früher: Jetzt sind Mindestzimmergrößen für alle Kategorien vorgeschrieben. Und: Selbst ein Hotel mit nur einem Stern muss seinen Gästen einen Farbfernseher auf dem Zimmer bieten bzw. Etagendusche und Klo sind nicht mehr erlaubt. Ein Doppelzimmer einer Ein-Stern-Herberge muss wenigstens 12 Quadratmeter messen, das eines Fünf-Sterne Hauses 26 Quadratmeter mit Bad.

Der DEHOGA-Katalog hat auch die großzügige Erfüllung der Sterne-Merkmale abgeschafft. Die 70-Prozent-Regel gilt nicht mehr. Sie erlaubte Hoteliers, dass nur 70 Prozent ihrer Zimmer die Sterne-Kriterien erfüllen mussten, um sich jedoch die Sterne-Auszeichnung fürs ganze Haus zu holen.

Erstmals zählen auch Nichtraucher-Zimmer für Hotels ab der Drei-Sterne-Kategorie zu den Mindeststandards. Barrierefreiheit für behinderte Gäste gehört zwar noch nicht zu den Muss-Kriterien, aber zumindest werden sie zum ersten Mal überhaupt im Forderungskatalog als zusätzlich Pluspunkte aufgeführt.