Sardiniens Costa SmeraldaDie Küste der Superreichen

Top-Ziel der High Society

Wer an der Costa Smeralda dazugehören will, muss wenigstens einmal über den roten Teppich des „Billionaire Clubs“ flaniert sein. Auch in diesem Jahr war die Saison-Eröffnung des Clubs am 13. Juli das zentrale VIP-Ereignis an der Küste. Über den Hausherren Flavio Briatore gehen die Meinungen unter den Italienern auseinander: Die einen halten ihn für einen Neureichen mit zweifelhaften Manieren, die anderen für einen genialen Manager, der alles, was er anfasst, in klingende Münze verwandelt.

Jedenfalls hat Briatore an der Costa Smeralda, die vor 45 Jahren von Karim Aga Khan zum noblen Urlaubsziel verwandelt wurde, neue Regeln aufgestellt. Galt es früher, Diskretion zu wahren und sich abzuschirmen, so herrscht seit Briatore eine andere Devise: Wer heute berühmt und einflussreich ist, muss in die Öffentlichkeit und die Klatschspalten füllen, manchmal selbst auf Kosten des guten Geschmacks.

Und alle befolgen willig Briatores Regeln: die Russen, im Auskosten ihres Reichtums unübertroffene Meister, die bislang eher zurückhaltenden arabischen Ölscheichs, die Fußballstars und der sonstige Jetset. Wer kein Haus auf der Insel hat, der übernachtet für bis zu 140.000 Euro pro Nacht in den Suiten der Luxusherbergen. Dieses Jahr lud Briatore 184 Gäste in seinen Club. Dort versammelten sich Modezar Valentino, der russische Wodka-Magnat Rustam Tariko, Renault-Rennpilot Giancarlo Fisichella, Fußballspieler Filippo Inzaghi von A.C. Mailand sowie Berühmtheiten des italienischen Fernsehens und genossen die raffinierten Kreationen des venezianischen Küchenchefs Arrigo Cipriani, der das Restaurant im ersten Stock des Clubs betreibt.

Es gab Schwertfisch-Carpaccio, Risotto mit Zucchini und Hummer und Cremeauflauf. Danach bewegte sich der Tross der VIPs nach draußen, wo TV-Sender sich vergewisserten, dass die Herrschaften sich blendend amüsierten. Zu später Stunde dürfen dann gegen 100 Euro Eintritt auch Normalsterbliche in den „Billionaire Club“, aber ihre Chance, einen Promi kennenzulernen, ist gering, denn die Stars bleiben gern in ihren abgeschirmten Separees und schlürfen dort ihr Lieblingsgetränk: Champagner der Marke Louis Roederer Cristal Mathusalem zum Preis von 32.000 Euro die Flasche. Ein Russe bestellte mal eine davon und schenkte sie dem Kellner.

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Die Küste der Superreichen