Sardiniens Costa SmeraldaLandgang der Luxusklasse

Dann beginnt der nächtliche Streifzug durch die Restaurants und In-Lokale. Stammkunde des „Billionaire“ ist Nasser Al-Rashid, ein arabischer Öl-Magnat, der bei allen öffentlichen Aufträgen im Nahen Osten die Finger im Spiel hat. Rashid ist an der Costa Smeralda berühmt für seine Yacht „Lady Moura“. Sie ist 105 Meter lang, fünf Stockwerke hoch und umfasst 13 Suiten, eine Klinik, eine Diskothek und einen Pool, der von einem künstlich angelegten Strand umfasst ist.

Dieser Koloss der Meere, 1991 fertiggestellt, ist eine der berühmtesten Yachten der Welt und kostete ihren Besitzer 100 Millionen Dollar. Rashid liebt es, in den Luxusgeschäften der Passeggiata von Porto Cervo einkaufen zu gehen. In diesen Gässchen begleitete Gianni Versace kurz vor seinem Tod den Sänger Elton John auf einer denkwürdigen Einkaufstour, die den Barden um 500.000 Euro erleichterte.

Die Millionäre sind natürlich auch Feinschmecker. Der Boss von Colony Capital aus Texas, Tom J. Barrack, seit 2004 Chef der Wirtschaftsvereinigung der Costa Smeralda, kann der köstlichen Salami und dem Spanferkel mit Myrten-Aroma aus der Küche von Luca Frasconi, dem Chef des Restaurants „La Mola“, nicht widerstehen. Barrack schätzt aber auch die Nouvelle Cuisine von Rita Denza, Gründerin des „Gallura“ in Olbia, 20 Kilometer von Porto Cervo entfernt. Es gilt als eines der 20 besten Restaurants in Italien. Im „Gallura“ lässt sich mindestens einmal im Jahr der ehemalige saudische Ölminister Zaki Yamani blicken, der in seiner Villa Seralia di Romazzino seit 1976 jedes Jahr Ferien macht.
Mothassan Gaddafi, launiger und gut gebauter Sohn des libyschen Staatschefs Gaddafi, geht lieber zum Mexikaner „El Pelote“ – dem einzigen Ort an der Costa Smeralda, an dem es erlaubt ist, auf den Tischen zu tanzen. Nachdem er gespeist hat, bricht Gaddafi jr. im Lamborghini oder Ferrari ins Nachtleben auf. Seine Anlaufstellen sind das „Sopravento“ des sardischen Selfmademan Antonello Verona, das „Ritual“ in Baja Sardinia, gegründet von dem Architekten Andres Fiore, und das „Pepero“ des römischen Unternehmers Gianni Principessa. Sorgsam meidet Gaddafi jr. indes den „Billionaire Club“. Dort wurde er vor ein paar Jahren von Flavio Briatore höchstpersönlich vor die Tür gesetzt. Aber auch Briatore sorgte in seinem Club für Schlagzeilen – mit einem heftigen Streit mit Naomi Campbell, der das Ende ihrer Beziehung bedeutete.

Briatore hatte fremdgeknutscht, ein Paparazzo ihn erwischt. Campbell bewarf daraufhin ihren untreuen Liebhaber mit Gläsern. Sie hat sich seither nicht mehr an der Costa Smeralda blicken lassen. Briatore ist heute mit dem italienischen Model Elisabetta Gregoraci liiert – und stellte sein Glück auf seiner Party ausgiebig zur Schau.

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