Reisetrend MarrakeschDie Wüste rockt!

Text: Sobik Helge

Drei Tage lang wollen sie feiern, vom 19. bis 21. Oktober den El-Badi-Palast in der Altstadt von Marrakesch in eine riesige Partyzone verwandeln – die beiden DJs Ben Sowton und Gilles Peterson. Auch Bryan Ferry wird seinen Auftritt haben. Und hinterher werden alle in den Szenecafés von Manhattan oder Notting Hill von den Mega-Vibrations in der Medina schwärmen. Das Konzept hat ja schließlich schon in Marbella und auf Mallorca funktioniert.

Der Mann, der hinter diesem Event steht, weiß, wie man im großen Stil feiert. Vor über 20 Jahren eröffnete David Giles gemeinsam mit Ron Wood von den Rolling Stones seinen ersten Club in Miami Beach. Jetzt lockt er mit seiner „Puro Desert Lounge“ Dancefloor-Diven aus aller Welt nach Marokko. Für einige Promis wird die Anreise nur ein paar Minuten dauern, denn sie besitzen bereits ein Haus in Marrakesch, darunter Madonna, Mick Jagger, Isabelle Adjani oder Duftpapst Serge Lutens.

Orientalische Entdeckungsreise

Dem englischen Milliardär Richard Branson gehört gleich ein ganzes Luxushotel: das „Kasbah Tamadot“ im nahe gelegenen Atlasgebirge. Jede Generation von Celebrities scheint die Königsstadt wieder neu für sich zu entdecken.

Yves Saint Laurent, der so etwas wie der Doyen der Marrakesch-Society ist, weil er als einer der ersten hierher kam, lebt inzwischen zurückgezogen in seiner strahlend blauen Villa Oasis im Palmeraie-Viertel. Und Marella Agnelli züchtet Rosen auf einem Landgut vor den Toren der Stadt.

Nichts für die Twentysomethings, die sich im „Nikki Beach Club“ rund um den Pool versammeln, weil ihnen die mindestens zweieinhalb Autostunden entfernten Atlantikstrände von Essaouira zu weit weg sind und hier sowieso die bessere Stimmung ist. Wer nach einem Tag auf der Sonnenliege noch bei einer viel größeren Party mitmachen will, geht zum Djemaa el Fna, dem zentralen Platz der Stadt.

© panthermedia

Die findet jeden Tag statt, das ganze Jahr über. Keiner weiß, wann sie ihren Anfang nahm und wer sie ins Leben rief. Sie kostet keinen Eintritt, beginnt irgendwann am späten Nachmittag, wenn die ersten Karren der Garküchen an den Rand des Djemaa el Fna, des „Platzes der Gehenkten“, an der Koutoubia-Moschee rollen.