Reise mit Prinzessinnen-Feeling1. Station: Irische Bibliothek

1. Station auf den Spuren von Grace Kelly: die Irische Bibliothek

[kein Linktext vorhanden]Am Rondell der Endstation der Buslinien 1 und 2 führt die rechte der beiden schmalen Straßen zu dem unscheinbaren Haus. Auf ausgetretenen Holztreppen gehe ich zur „Princess Grace Irish Library“ im zweiten Stock, die Fürst Rainier 1984 eröffnete. Der Monarch ehrte damit, wie sehr sich Grace ihren irischen Wurzeln verbunden fühlte. Wenn Bibliothekarin Judith Gantley heute die Tür öffnet, tut sich eine solche in die Welt der Prinzessin auf.

Das Herzstück ist Gracia Patricias Sammlung an 500 Büchern über die Heimat ihres Großvaters wie irische Geschichte, „Memoirs of a Highland Lady“, „L’Art irlandaise“, einige tragen die Widmung des irischen Präsidenten. Das Herz geht einem aber vor allem auf bei den ganz persönlichen Stücken.

Gantley holt sie aus allen Ecken des Zimmers mit den prachtvoll bemalten Decken aus dem Jahr 1890, in dem einst Gräfin Brame-Gastaldi lebte, hervor: Stoff-Entwürfe Grace Kellys im 70er-Style mit Blumen (eine ihrer Leidenschaften), sie hatte sogar ein eigenes Modelabel mit den Initialen GPK, das Original-Sterbebild, die Schatulle aus irischem Silber und grünem Connemara-Marmor, die ihr Präsident John Kelly 1961 überreicht hatte und immer auf ihrem Schreibtisch stand, etwa 250 Partituren irischer Melodien von Chauncey Olcott oder Tipperary Mary.

Grace Kelly liebte ihre irischen Wurzeln

„Sie mochte die melancholische Musik, die für die in Irland Zurückgebliebenen geschrieben wurde“, erzählt Judith Gantley zu den Erinnerungsstücken. Die scheinen kein Ende zu nehmen. „Übrigens stammen die Stühle hier aus Grace’ Esszimmer ihrer Pariser Wohnung in der Avenue Foch Square“, und zählt nach: „14 Stück haben wir insgesamt.“

Das Highlight: der rote Nähkorb von Grace Kellys Mutter, den die Prinzessin weiter verwendete. Aus dem Inneren des Flechtwerks holt die gebürtige Britin ein Sechserset schwarzer Knöpfe, Aufnäher, Namensschilder mit „Grace Kelly“, die ihre Mutter in ihre Kleider nähte (eine charmante Vorstellung, dass eine spätere Prinzessin so etwas trug), eine halbfertige grüne Samtschleife. „Das bekommt nicht jeder Besucher zu sehen“, erklärt Gantley. „Aber wenn mich jemand, der vielleicht Ihren Artikel gelesen hat, danach fragt, zeige ich es gerne her.“ So nah wie beim Stöbern in ihrem Nähkorb habe ich mich Grace Kelly noch nie gefühlt.

Eng verbunden mit der Fürstenfamilie ist auch Karl Lagerfeld. Nicht nur, dass er Prinzessin Caroline oder Charlotte Casiraghi regelmäßig für Events wie den Rosenball in Monaco ausstattet. Der Designer ist seit 2005 gleichzeitig einer der größten Förderer der irischen Bibliothek. „Gerade eben habe ich wieder ein Paket von Karl Lagerfeld bekommen“, sagt Gantley, huscht in ihr Büro und zeigt mir „Ireland in the Virginian Sea - Colonialism in the British Atlantic“ von Audrey Horning. Mit allem, was zu Irland neu herauskommt, vergrößert der Modeschöpfer die Sammlung zu Ehren von Grace Kelly. Vor dem Bücherschrank steht neben dem Foto mit Grace Kelly am Schreibtisch übrigens eines von Charlène und Fürst Albert.