Selig am SeeZürich

© max.de

Dafür ist diese Stadt einst erfunden worden: nicht für ihre nebligen Novembertage oder für die endlosen Februarnächte, sondern für den Sommer, der, wenn wir Glück haben, von Mai bis Ende September dauert.

Da macht es dann plötzlich Sinn, dass der See so zentral liegt und von wunderschön altmodischen Badeanstalten umrahmt ist. Man beginnt den Tag mit einem Bath and Breakfast (den besten Milchkaffee gibt es in der Badi Enge), verabredet sich zur Lunchzeit auf einen Swim (plötzlich wieder total angesagt: die Frauenbadi an der Limmat) und lässt den Tag ausklingen mit einem gespritzten Weißwein (schönster Sonnenuntergang: im Utoquai im Seefeld an der Goldküste).

Logischerweise orientieren wir uns in Zürich auch am Wochenende rund ums Wasser. Eine Freundin hat im letzten Winter extra einen Crawlkurs belegt, um ordentlich Eindruck machen zu können. Eine Kollegin rudert regelmäßig im Achter über den See und gleich zwei Freunde besitzen ein Boesch-Boot (die Old-School-Variante des mediterranen Mahagoni-Flitzers der Marke Riva), mit dem man übers Wasser brummt, um an einsamen Ufern zu picknicken.

An den wirklich heißen Tagen gehe ich am liebsten im Buech essen, einem Gasthof hoch am Berg mit einer Fernsicht zum Niederknien – oder im Garten vom Tre Fratelli mitten in der Stadt. Nur am Sonntag lungern wir alle mit unseren Zeitungen in der Seerose herum. Dessen Restaurantterrasse ist dank Wolldecken und Heizstrahlern zwar auch winterfest, aber im Sommer mag man sich gar nicht mehr trennen: vom späten Frühstück über den Mittagssnack (Wienerli!) bis hin zum ersten Cüpli (Champagner!) am Nachmittag. Um dann entspannt nach Hause zu schwimmen …


Lisa Feldmann ist Chefredakteurin der Schweizer Frauenzeitschrift annabelle und sieht von ihrer Wohnung direkt auf den See.

Ihre Tipps:
Seebad Enge. Mythenquai/Arboretum. Frauenbad Stadthausquai.
Seebad Utoquai. Tre Fratelli Nordstrasse 182.
Seerose Seestrasse 493