IstanbulClubs am Bosporus

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Ortaköy-Moschee

Abends in Besiktas: Das Restaurant „Feriye“ befindet sich in einem Palais, in dem früher Mitglieder der Sultansfamilie gefangen gehalten wurden. Heute essen hier Geschäftsleute und Touristen am Ufer – im Sommer unter Zeltdächern bei Kerzenschein. Es ist schummrig. So sehen alle Frauen aus wie 25.

Draußen leuchtet die Ortaköy-Moschee, hinter ihr erhebt sich die Bosporusbrücke. Das Wasser spiegelt ihre Lichter: Lila. Rosa. Gelb. Sie ändern sich im Sekundentakt. Es ist wie in Las Vegas. Auf der Brücke bewegt sich ein Bandwurm aus roten Rücklichtern, das ist der Feierabendstau in Richtung asiatisches Ufer. Eine kuriose Stadt. Wer etwas kaufen will, handelt. Wer atmen kann, raucht. Und wer es eilig hat, nimmt besser ein Boot.

Der Club „Reina“ präsentiert sich als die coolste Location von Istanbul. Nichts ist billig, es gibt schrankhafte Türsteher und Jungs, die älter wirken wollen als der Whisky, den sie trinken. Hier und im Club „Laila“ oder „Anjelique“ trifft sich die Hollywood-Prominenz. Um 23 Uhr ist es laut. Überall schöne Menschen.

Sie rauchen, singen, tanzen, flirten, nur schauen sie nicht versonnen aus dem Fenster, was man eigentlich auch prima tun könnte, denn die Aussicht ist wieder der Bosporus. So gesehen wirkt das „Reina“ wie eine Edeldisko mit
Erlebnisbad.

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Sultanhamed

Nachts in Beyoglu: Vor den Clubs „Babylon“, „Dogstar“ und „Peyote“ ist es noch ruhig. In der Gasse vor dem „Living Indigo“ trinken zwei Türsteher Mokka. Früher war dort ein Lokal. Umbauen dürfen sie nicht. Die Statik des Hauses lässt das nicht zu, zu viele Stockwerke türmen sich auf, ganz oben ist das „360 Grad“, ein Restaurant. Später spielt dort ein DJ Soulmusik, es gibt Rote-Beete-Mojito und Haselnuss-Martinis, Filmprojektionen und viele schicke Leute. Die Gäste des „Living Indigo“ sind auf jeden Fall jünger. Hexstatic spielt gleich, ein britisches Elektro-Duo.

Sonntagfrüh in Sultanahmed. Eine Katze streicht um einen Kopf aus Stein vor dem Archäologischen Museum. Drinnen steht der Sarkophag von Alexander dem Großen. Dahinter breitet sich der Topkapi-Palast aus, weiter links die byzantinische Kirche St. Irene, die heute ein Konzertsaal ist. Am Fuß des Hügels liegt die Hagia Sofia, dahinter erhebt sich die Blaue Moschee, dazwischen das ottomanische Viertel mit Holzhäusern und Boutiquehotels, in denen auch Royals wie Königin Beatrix absteigen.