IstanbulHollywood auf der asiatischen Seite

Mittags in Levent. Im Elgiz-Museum hängen Werke von türkischen Künstlern neben Bildern von Gilbert und George, Tracey Emin, Thomas Struth. Das Museum Santral Istanbul ist eine Autostunde entfernt und sieht ein bisschen so aus wie die Tate Modern – wie ein dickes Gedicht aus Stein.

Zum Filmfest Ende April schweben die Hollywoodstars ein. Im Hotel „Ajia“ auf der asiatischen Seite soll Tom Cruise Tee getrunken und den Sonnenuntergang genossen haben. Der Klassiker für die Teatime am Sonntagnachmittag ist jedoch das „Ciragan Palace Kempinski“-Hotel, in dem Uma Thurman, Bryan Ferry oder Elizabeth Hurley bevorzugt absteigen – nicht nur wegen der ottomanisch-englischen Köstlichkeiten, der dreistöckigen Silbertabletts mit Sandwiches, der herrlichen Kuchen, des zarten Nougats. Sondern auch, weil sogar an einem Regentag die Welt hier nicht grau ist, sondern immer noch ein bisschen golden.

Istanbul ist verwirrend: An manchen Ecken erinnert es an das New York der Achtzigerjahre, dann wieder an Wien vor hundert Jahren. Es gibt prächtige Paläste, moderne Glastürme, breite Boulevards, hässliche Malls und superschicke Designerbars. Einen Horizont, nie ohne Boot. Dazwischen Menschen, Vögel, Musik, Wellen, Steine, Wolken, Schiffe. Jeder will irgendwohin, und wenn man das so ansieht, vergisst man selbst, dass man ja eigentlich auch wegen irgendetwas hergekommen war. Wegen einer Handtasche. Oder so.

Fatih Akins Top-Tipps

Restaurants
Berühmt für seine Fischgerichte ist „Refik“ im Künstlerviertel Tünel (00 90-2 12/2 43 28 34).

Ebenfalls in Tünel: „Yakup“ mit traditioneller Küche (00 90-2 12/2 49 29 25).

Auch zu empfehlen: „Leb-i derya“,www.lebiderya.com, und „Marina Balik“ (00 90-2 12/2 87 26 53) im Stadtteil Kurucesme.

Club
„Babylon“ mit DJ-Performances und Live-Acts, Babylon - Babylon

Hotel
Natürlich das „Büyük Londra Oteli“, das auch in meinen Filmen „Gegen die Wand“, „Crossing the Bridge“ und „Auf der anderen Seite“ zu sehen ist,londrahotel - londrahotel.

Mein Istanbul – von Ece Ege

Die Gründerin des Modelabels Dice Kayek lebt jetzt in Paris, doch mindestens einmal im Monat fliegt sie in ihre Heimatstadt
Die besten Hotels?
Am romantischsten ist das „Ajia“ am Bosporus(www.ajiahotel.com, DZ ab 240 Euro). Im „Sofa“, einem Boutiquehotel im Zentrum, spürt man die Vibes von Istanbul(thesofa - thesofa, DZ ab 300 Euro).

Immer dabei … 
habe ich einen schwarzen Cardigan. Im Winter aus Kaschmir, im Sommer aus Baumwolle. In den meisten Restaurants und Cafés sitzt man draußen, da kann es schon mal kühl werden.

Wo gehen Sie Shoppen?
Macka ist die erste Adresse für Fashion. Im „Fes Café“ findet man Hamam-Accessoires – vom Pestemal bis zum Rubbelhandschuh. Naturprodukte kaufe ich auf dem ägyptischen Basar.

Lieblingsrestaurants?
Traditionelle Küche gibt es im „Ulus 29“ mit Bosporus-Blick. Für Geschäftsessen reserviere ich im „Zuma“ oder „Angelique“.

Auf einen Drink … 
gehe ich ins „Mikla“ auf dem Dach des „The Marmara Pera“.Lange Nächte … 
verbringe ich im Sommer im Openair-Club „Reina“, im Winter im „Babylon“, wo die besten DJs der Welt auflegen.

Wenn ich einen halben Tag Zeit habe … 
lasse ich mich im Hamam des „Ritz“ verwöhnen.

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