Alpenfreu(n)de I Stasch näb de Schue?

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Schweizer machen Käse und Geld. Und sonst? Mit der EM haben wir endlich einen Anlass, den subtilen Glamour unserer Nachbarn vorzustellen. Eine Reise durch die Schweiz mit Philipp Tingler.
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Für viele Menschen, namentlich den fußballinteressierten Teil der deutschen Öffentlichkeit, ist die Schweiz ein Fleckchen Land rund um das Berner Wankdorf-Stadion, wo die Bevölkerung sich mit der Herstellung von Käse und Uhren beschäftigt und ab und zu korrupte Menschen aus aller Welt ihr Geld in Koffern abliefern.

Das stimmt natürlich hinten und vorne nicht. In Wahrheit ist die Schweizerische Eidgenossenschaft eines der kleinsten, ältesten und schönsten Länder der Welt, mit funkelnden Seen besetzt und beschirmt von majestätischen Bergmassiven, in deren Täler sich Städte und Städtchen schmiegen, die wie zur Labsal und Erquickung müder Herzen hingezaubert aussehen mit ihren windschiefen Häuslein, altererbten Zunfthäusern, verträumten Gässchen und malerischen Ecken und Winkeln.

Und deswegen sind wir in der Schweiz sehr glücklich, anlässlich der Gastgeberschaft der Fußball-Europameisterschaft, deren Spiele in Zürich, Basel, Bern und Genf stattfinden werden, endlich aufzuräumen mit Klischees und Vorurteilen. Lassen Sie mich schlagwortartig die wichtigsten Eigenschaften Helvetiens und seiner Bewohner erhellen …
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Die Mentalität
Helvetien, eingekeilt zwischen Europas großen Kulturkreisen, ist eine Willensnation, die ihre friedliche Existenz als älteste Demokratie der Welt der Fähigkeit ihrer Bewohner zu Übereinstimmung und Kompromiss verdankt. Der hier sesshafte Menschenschlag ist pragmatisch und betriebsam und richtet sein Streben gern auf das Greifbare. Das heißt: Dieses Land hat fabelhafte Geschäftsleute hervorgebracht und gute Architekten – passable Dichter und Humoristen hingegen weniger.

Nichtsdestotrotz sind die Leute freundlich und hilfsbereit, wenngleich reserviert. In öffentlichen Verkehrsmitteln wird nicht gesprochen. Ansonsten sorgt ein starker Föderalismus dafür, dass in der Schweiz alles lokalpolitisch betrachtet wird, auch die Mentalität.

Zum Beispiel kann niemand so richtig die Zürcher (nicht: Züricher) leiden, die als arrogant und vorlaut gelten und besonders bei den Baslern (nicht: Baselern) unbeliebt sind. Berner wiederum gelten als bedächtig und ein wenig träge, und die Aargauer schließlich sind für den Schweizer das, was für den Deutschen die Ostfriesen sind. Die italienisch sprechenden Tessiner hält dagegen jeder im Land für temperamentvoll.
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