Griechenland Santorin

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Die Insel der Romantiker und milliardenschweren Höhlenbewohner

Text: Helge Sobik
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Kostis Psychas kommt aus einer griechischen Seefahrer- und Weinhändlerfamilie und ist Höhlenbewohner. Die schönsten Höhlen vermietet der Mann mit den schulterlangen blonden Haaren und dem gepflegten Viertagebart ab 390 Euro pro Nacht. Dabei ist allein der Blick von den ins Kliff hineingegrabenen Höhlen-Suiten unbezahlbar: Santorins schönste Aussicht – hinüber auf die Inseln Thirassia, Palea und Nea Kameni, hinab auf die Kreuzfahrtschiffe 100 Meter tiefer in der sichelförmigen Ägäis-Bucht, vis-à-vis der strahlend weißen Häuser von Oia.
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Maximal vierzig Gäste beherbergt Psychas’ im minimalistischen Designer-Chic eingerichtetes Höhlenhotel „Perivolas Traditional Houses“ – und nur diese vierzig dürfen im Restaurant des Hauses essen. Für ein Abendessen an einem der Tische am Rand des Infinity-Pools fliegen sie um die halbe Welt. Für Rinderfilet in Vinsanto-Dessertwein aus dem Santoriner Weingut von Paris Sigalas zum Beispiel, wo auch Spitzenkoch Alain Ducasse einkauft. Zu den Fans zählen die Starbucks-Milliardäre aus Seattle, auch Angelina Jolie war mal da. Wann sie mit Brad und den Kindern wiederkommt? Kostis Psychas lächelt. Und schweigt. Diskretion ist alles in seinem Geschäft.
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Faustregel für die Kykladen: Auf Mykonos sind die Prominenten und die Paparazzi. Auf Santorin findet man relaxtes High-End-Publikum, das Understatement bevorzugt. Jedenfalls gilt das für Oia, für Imerovigli und für Fira – die drei Bilderbuchorte an der Steilküstenseite mit dem Traumblick. An der flachen Ostküste tummeln sich eher die Pauschalurlauber.

Sein Aussehen hat Santorin vor über 3000 Jahren durch einen verheerenden Vulkanausbruch bekommen, bei dem die Inselmitte in die Luft flog und das Eiland in seiner heutigen Form hinterließ. Was einst der Krater war, lief voll Wasser. Etwas malerischer klingt die Sagen-Version: Angeblich warfen Jason und seine Argonauten auf der Jagd nach dem Goldenen Vlies einen Klumpen Lehm ins Wasser, aus dem dann Santorin entstand.
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