Amanda Seyfried über Rolle als Pornostar„Wir erleben gerade eine sexuelle Revolution“

© REUTERS

Als Schülerin in der High-School-Komödie „Girls Club – Vorsicht bissig!“ lernte die Welt Amanda Seyfried kennen. Längst aber hat sie das Teenie-Image abgelegt, brillierte in Streifen wie „Mamma Mia!“ oder „Chloe“ und ist aktuell in der Verfilmung „Les Misérables“ zu sehen. Gerade hat sie nun bei der Berlinale in der deutschen Hauptstadt die Premiere ihres neuen Filmes „Lovelace“ gefeiert. Ihre bislang freizügigste Rolle!

Denn darin geht es um die Pornodarstellerin Linda Lovelace, die 1972 durch den Kinofilm „Deep Throat“ zum ersten Star von Mainstream-Erwachsenenfilmen wurde. Sowie zum Smybol für sexuelle Revolution. Für das einstige Mädchen von Nebenan hatte dieses neue Leben mit Kennenlernen von Chuck Traynor begonnen – er war zugleich ihr Ehemann, Manager und Zuhälter, soll sie zu extremen sexuellen Handlungen mit einer Waffe gezwungen haben.

Amanda Seyfried gibt nun zu, ebenfalls auf Bad Boys hereinzufallen. „Leider haben gebrochene Menschen etwas attraktives für mich und für viele Frauen mit denen ich gesprochen habe. Meine beste Freundin und ich fühlen uns manchmal von Fieslingen angezogen“, sagte sie in einem Interview von „Thesun.co.uk“. „Sie sind interessant, mysteriös und geben uns den Drang und das Bedürfnis etwas jagen oder verbessern zu können“.

Dass „Lovelace“ im Vorfeld für Diskussionsstoff gesorgt hatte, weil man einen Film über Pornos nicht ohne Sexszenen und Nacktheit drehen kann, versteht die 27-Jährige nicht. Schließlich habe doch jeder Geschlechtsverkehr. „Sex in Filmen sollte kein derart großes Problem sein“, erklärte sie. „Waffen kommen in vielen amerikanischen Filmen vor, aber bei Sex ziert sich hier jeder.“ Jetzt aber würde sich im US-Kino etwas ändern. Seyfried glaubt sogar: „Wir erleben gerade eine Art sexuelle Revolution.“ Filmemacher wie Publikum würden ihrer Meinung nach immer aufgeschlossener, was Sexszenen im Kino angehe.

Allerdings stellt sie klar, dass es sich hier mehr um die Beziehung zwischen Linda Lovelace und ihrem Mann, als um Pornographie drehe: „Am Ende des Tages ging es gar nicht um Nacktheit. Ich nehme sie kaum wahr. Ich sehe etwas viel komplexeres als das.”

Über die von ihr verkörperte und 2002 nach einem Autounfall verstorbene Frau, sagt Amanda Seyfried heute: „Linda hat auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam gemacht. Bevor sie sich aber durchsetzen konnte, starb sie und jetzt ist es an uns die Story aus ihrer Sichtweise zu erzählen."

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