Die Macken der StarsDie Assistentinnen von Naomi Campbell & Co. packen aus

von AMICA Online Autorin Bekennende MIF-Genießerin
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Model mit Allüren und geübte Handyschleuder – Naomi Campbells Umfeld muss einiges aushalten.

Feuerwehrmann, Fluglotsin, Notfallchirurg – ja, das sind alles Berufe, die enorm stressig sind, aber Sinn haben. Rebecca White stand beruflich unter ähnlich hohem Druck, aber anstatt Leben zu bewahren oder zu retten, war sie lediglich die persönliche Assistentin von Naomi Campbell. Jedes Mal, wenn das als biestig bekannte Model in ein neues Hotel eincheckte, absolvierte White ein schweißtreibendes Programm: Koffer auspacken, alle Kleidungsstücke dampfen und bügeln, den Alkohol aus der Minibar entfernen und im eigenen Zimmer verstecken, sowie 25 Lilien-Duftkerzen an den gewünschten Plätzen drapieren.

„Und Gott bewahre, die Kerzen waren nicht [von der Luxusmarke] Diptyque“, erzählte White der „New York Post“. „Da mussten immer fünf Kerzen im Badezimmer stehen, zehn im Schlafzimmer und zehn im Wohnzimmer.“ Damit niemand mitbekam, dass Naomi Campbell Alkohol trank, musste White die Minibar leer räumen und die Flaschen in ihr eigenes Zimmer schaffen. Campbell habe dann immer „ihre zwei Telefone gegriffen, mich gepackt und ist in mein Zimmer gegangen, um mit dem Trinken anzufangen.“ Diese und ähnliche Geschichten schreibt die Assistentin gerade in ihrem Buch „Pandoras Box“ auf.

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Süß oder traurig? Mit 18 Jahren brauchte Schauspielerin Claire Danes noch ein Abschiedsküsschen von ihrer persönlichen Assistentin.
„Mein Job war es, ihr bester Freund zu sein“

Solche Arbeitsbedingungen mögen absurd klingen, aber White kennt sie zu genüge, war vor der Anstellung bei Campbell die persönliche Assistentin von „Homeland“-Star Claire Danes. Die Schauspielerin war zu diesem Zeitpunkt noch ein Teenager und hatte gerade ihren Durchbruch mit der modernen Verfilmung des Shakespeare-Klassikers „Romeo und Julia“.

„Es gibt verschiedene Levels persönlicher Assistentinnen“, erklärte White der „New York Post“. „Es gibt die Person hinten im Büro, die sich um Dinge wie Faxe und E-Mails kümmert – aber mein Job war es, ihr bester Freund zu sein. Es ist traurig, aber wahr. Nach außen scheinen diese Stars alles zu haben, was du dir vorstellen kannst – Geld, Ruhm, Freunde – aber sie haben nichts davon. Ich habe viele Prominente gesehen, die sich an ihre persönlichen Assistenten klammern, aber es geht dabei einfach nur darum, jemanden zu wollen, der einen bedingungslos liebt.“

Noch heute erinnert sich White daran, wie sie die junge Danes nach Yale fuhr, wo sie ihr Studium begann. „Ich habe sie umarmt, sie hatte schreckliche Angst und dann gab ich ihr zum Abschied einen Kuss.“ Whites Bezahlung für Danes intensive Betreuung konnte sich aber sehen lassen. Die Assistentin lebte zu dieser Zeit umsonst in Danes fünf Millionen Dollar teurem Loft in SoHo, bekam 2000 Dollar pro Woche Gehalt, plus Aufwandsentschädigungen.

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Berufswunsch Sklavin? Dann sind sie als persönliche Assistentin von Lady Gaga genau richtig.
Die „Göttin des Universums“ sucht einen „Sklaven“

Da haben es andere Assistentinnen schon schwerer. Jennifer ONeill beispielsweise verklagte ihre ehemalige Arbeitgeberin Lady Gaga auf 390 000 Dollar wegen unbezahlter Leistungen außerhalb der Arbeitszeit und persönlicher Beeinträchtigungen. Als Beispiel für letzteres gab ONeill an, dass sie genötigt wurde, neben der Sängerin im selben Bett zu schlafen, „weil sie nicht allein schlief“. Außerdem wurde erwartet, dass ONeill 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche, für ein Jahreseinkommen von 75 000 Dollar (etwa 56 000 Euro) arbeitete.

Bei der Verhandlung beklagte sich Lady Gaga, dass ONeill an den einfachsten Aufgaben scheiterte, wie etwa der Sängerin Zahnbürste und Seife rauszulegen, damit sie wusste, wo sie sind. Außerdem erklärte Lady Gaga vor Gericht, dass sie „die Göttin des Universums sei, jeden Tag“ und dass ONeill nicht ihr „Sklave“ sein wollte.

„Es muss eine Geschäftsbeziehung bleiben“

Bonnie Low-Kramen, Mitgründerin von „New York Celebrity Assistants“ und Buchautorin von „Be the Ultimate Assistant“ hält übermäßige Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Prominenten und ihren Assistenten für ungesund. „Es ist wirklich wichtig für einen Star-Assistenten eine klar Linie zwischen Freund und Angesteller zu ziehen“, sagte sie der „New York Post“. „Es muss eine Geschäftsbeziehung bleiben.“ Auch Bonnie Low-Kramen hat schon von den verrücktesten Wünschen gehört, die Assistenten über sich ergehen lassen mussten. So bekam eine Assistentin in New York um vier Uhr morgens einen „dringenden“ Anruf ihres Klienten, einem Schauspieler, aus London. „Er bat sie darum, das Hotel anzurufen, weil sein Toilettenpapier ausgeht.“

Bei all dem Spaß, den Promis beim Drangsalieren ihrer Assistenten zu haben scheinen, sollten sie eines bedenken. Wenn es den Angestellten zu viel wird, kündigen sie oftmals nicht nur ihr Arbeitsverhälntnis, sondern revanchieren sich trotz Schweigeverpflichtungen auch gerne mal mit ein paar Details aus dem Leben der launigen Stars. So wie Rebecca White zum Beispiel bald ihr eigenes Buch veröffentlicht. In „Pandoras Box“ erzählt sie aus dem Leben einer Promiassistentin und wird so manch pikantes Detail mehr aus ihrer gemeinsamen Zeit mit Naomi Campbell, von der sie sich nach fünfjährigem „Arbeitsverhältnis“ trennte, verraten.

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