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Promis gegen Aids beim Wiener Life Ball

Promipower für eine gute Sache: Begeisterungsstürme haben internationale Stars beim 22. Life Ball in der Nacht zum Sonntag in Wien geerntet.
©dpa/Hans Punz

Österreichs Dragqueen Conchita Wurst, Hollywood-Schauspielerin Marcia Cross, Latino-Pop-Star Ricky Martin und Ex-US-Präsident Bill Clinton warben mit vielen weiteren Prominenten um Spenden für den Kampf gegen HIV und Aids.

Zehntausende machten die Benefiz-Show auf dem Wiener Rathausplatz zu einer einzigen großen Party und einem fröhlichen Bekenntnis zum Leben. Passend zum Motto des Life Ball 2014 „Garten der Lüste“ kamen viele Gäste in schillernden, oft heftig erotischen Outfits. Bill Clinton erschien zwar ganz präsidial im Smoking, gab angesichts der bunten Kostüme aber zu: „Ich fühle mich so underdressed.“

Den größten Jubel gab es am Roten Teppich für die bärtige Travestiekünstlerin Conchita Wurst, die kürzlich mit ihren Sieg beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen auch einen Triumph der Toleranz für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle erkämpft hatte. Wursts Siegersong „Rise Like a Phoenix“ war - erwartungsgemäß - der bejubelte Höhepunkt des prachtvollen Spektakels.

„Diese Kulisse! Die Schönheit ist überwältigend“, lobte Ricky Martin

die Wiener Veranstalter. „Wir zelebrieren heute das Leben.“ Sichtlich angetan vom Abiente und der Stimmung waren auch andere Stars. „Ich habe so etwas noch nie gesehen“, sagte Sängerin Christina Perri, die viel Applaus für ihren Hit „Human“ bekam. „Beim Life Ball bekommt der Song eine ganz spezielle Botschaft“, sagte Perri.

Auch die beiden längst als „Skandalnudeln“ des Balles bekannten Stars machten ihrem Ruf wieder alle Ehre: Sängerin Courtney Love verweigerte einmal mehr jegliche Interviews und Schauspielerin Lindsay Lohan entschloss sich diesmal gar, lieber in London zu joggen und ließ nur aus der Ferne grüßen.

Ein Erfolg war die Auktion diverser Unikate auf der zum Life Ball gehörenden Aids Solidarity Gala: Das Original-Sujet des umstrittenen

Life-Ball-Plakats von David LaChapelle mit einem nackten Transsexuellen wurde für 180 000 Euro versteigert. Ein von selben Künstler gestalteter Luxus-Kleinwagen brachte 110 000 Euro. Die Gesamteinnahmen des Balls, bei dem alle Stars kostenlos auftraten, sollten erst später bekanntgegeben werden.

Den Ehrenpreis des Life Ball 2014, den mit 100 000 Euro dotierten „Crystal of Hope“, bekam die Niederländerin Alie Eleveld. Das Geld kommt ihrem „Safe Water and Aids Project“ in Kenia zugute. Auch alle Einnahmen des Balls und mehrerer Randveranstaltungen fließen der Aidshilfe zu. Darunter sind Projekte wie die „Clinton Health Access Initiative“ (CHAI), „The Foundation for Aids Research“ (amfAR) und die „Elton John Aids Foundation“ (EJAF).

Life-Ball-Gründer Gery Keszler dankte allen Spendern und erinnerte zugleich an den Schauspieler und Gründer der Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“, Karlheinz Böhm, der diese Woche im Alter von 86 Jahren gestorben ist. „Ich möchte mich posthum bei Karlheinz Böhm bedanken für sein lebenslanges Engagement in Afrika“, sagte er unter großem Beifall.