FilmFilmpreis für Dokumentation über junge Kongolesin

Die 53 Jahre alte Schweizerin erhalte den Preis in der Kategorie „Profi“, gab Wettbewerbsleiter Marko Junghänel in Nürnberg bekannt. Den 30-minütigen Film drehte sie für die im ZDF und bei 3sat ausgestrahlte Reihe „Mädchengeschichten“. Der mit 2500 Euro dotierte Preis wird in vier Hauptkategorien vergeben. Daneben verlieh die Jury noch einen 1500 Euro schweren Preis für den besten Bildungsfilm.

Mit ihrem Film zeichne Specogna ein differenziertes und sensibles Bild der 17-jährigen Esther, deren persönliche Geschichte das Trauma eines ganzen Landes widerspiegele, heißt es in der Begründung der Jury. Esther sei sieben Jahre alt gewesen, als kongolesische Söldner ihre Familie überfallen, ihren Vater ermordet und alle weiblichen Familienmitglieder vergewaltigt hätten. Der Film verliere diese grausame Vergangenheit nie aus den Augen, richte den Blick aber vorwiegend auf die Zukunft. Die Filmemacherin lebt in Berlin. Die Erstausstrahlung des Films „Esther und die Geister“ sollte am Sonntagnachmittag auf 3sat laufen.

In der Kategorie „Kurzfilm“ geht der Preis in diesem Jahr an Fabio Friedli von der Hochschule Luzern. Mit seinem knapp siebenminütigen Animationsfilm schildert er den Weg von Flüchtlingen aus ihrer Heimat in die „Festung Europa“. Der in Bern lebende Friedli benutzt dabei Strichzeichnungen. So einfach diese auch seien, „so ironisch oder fast sarkastisch zeichnen sie die menschenverachtende Situation von Flüchtlingen aus Afrika nach“, heißt es in der Jury-Begründung.

Mit dem inzwischen verbotenen Einsatz von Brechmitteln bei Polizei und Justiz setzt sich der 20-minütige Kurzfilm der Nachwuchs-Filmerin Verena Jahnke auseinander. Die Studentin bekommt den Menschenrechtsfilmpreis in der Kategorie „Filmhochschule“. Der Preis in der Kategorie „Amateure“ geht an Tim Hartelt für seine aufwühlende Film-Reportage „Syrien – zwischen Verzweiflung und Hoffnung“. Der in Nordrhein-Westfalen lebende 17-Jährige habe syrische Flüchtlinge interviewt und vermittle damit authentisch ihr Leid und ihre Wut. Der Film vermittele eine beängstigende Vorstellung vom Bürgerkrieg in Syrien, betonte die Jury.

Den Preis in der Kategorie „Bildung“ bekommt der südafrikanische Filmemacher Christopher Bisset für seinen Kurzspielfilm „Five ways to kill a man“. Der 26-Jährige schildere am Beispiel chinesischer Kinder, einer Kaffeepflückerin aus Südamerika und einem Ölscheich, wie stark der Wohlstand in den Industriestaaten auf der Ausbeutung von Mensch und Natur in anderen Erdteilen beruhe. Dieser beeindruckende und technisch gut gemacht Film sei „ein Geschenk für die Bildungsarbeit“, urteilte die Jury. Der „Bildungspreis“ ist mit 1500 Euro ausgestattet.

Quelle: dpa
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