Nicht schön genug für „Vogue“Lady Gaga bekam im Photoshop Wespentaille verpasst

von AMICA Online Autor Promi-Fan und Beauty-Enthusiast
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© AFP/Youtube/Vogue

Lady Gaga ziert das Cover der zwei Kilogramm schweren und 916 Seiten langen September-Ausgabe der amerikanischen „Vogue“. Auf dem Titelbild trägt die Sängerin eine beerenfarbene Robe des Designers Marc Jacobs, deren Silhouette an ein überlebensgroßes Bonbon erinnert.

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Ein neues Video, das die amerikanische „Vogue“ auf Youtube gestellt hat und das jetzt im Internet kursiert, zeigt nun, wie die Robe tatsächlich an Lady Gaga aussieht. In dem Making-of-Clip vom Foto-Shooting ist von einer Bonbon-Silhouette wenig zu sehen. Die unnatürlich schmale Taille des „Vogue“-Titelbilds, ist in Wirklichkeit um einiges breiter und die Brust weniger spitz. Auch das Gesicht wurde stark retuschiert: Lady Gagas Haaransatz wurde nach unten versetzt, das Haar optisch fülliger gemacht und ihre Augenbrauen einen Ton dunkler gefärbt.

Auf dem September-Cover hat Lady Gaga eine unrealistische Figur. Eine zu breite Hüfte trifft auf eine schmale Taille und ein üppiges Dekolleté. Die weiblichen Rundungen der Sängerin wurden überbetont, um dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen.

Lady Gagas Looks
Lady Gaga arrives at Berghain nightclub to promote her latest album in Berlin

Dabei hatte die „Vogue“, Dpa zufolge, erst im Mai 2012 verkündet diesem Schönheitsideal den Kampf anzusagen. Alle internationalen Ausgaben der Modezeitschrift hatten sich zu einer Gesundheitsinitiative verpflichtet, die auch auf der Fashion Week Berlin propagiert wurde. Zu dünne und zu junge Models (also Mädchen unter 16 Jahren) sollten in der „Vogue“ nicht mehr abgebildet werden. Laut diesem Sechs-Punkte-Plan wollte sich die Zeitschrift für gesundheitsbewusste Arbeitsbedingungen einsetzen und ausschließlich mit Models zusammenarbeiten, „die, objektiv betrachtet, gesund sind und dazu beitragen, ein gesundes Körperbild zu fördern.“

Doch warum wurde Lady Gagas Titelbild dann so stark retuschiert? Ein gesunder Frauenkörper sieht anders aus, auf dem Bild erinnert die Figur des Popstars an eine Schaufensterpuppe.

Wie Dpa meldete, teilte der Condé Nast Verlag am 3. Mai 2012 in München noch mit, sich als eine der einflussreichsten Stimmen in der Modewelt in der Verantwortung zu sehen, ihr Gewicht in die relevanten Themen und Diskussionen der Branche einzubringen. Ob eine stark retuschierte Lady Gaga dabei der richtige Input in die Diskussion um gängige Schönheitsideale ist, bleibt fraglich.

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