LeuteDie Promi-Geburtstage vom 12. Februar 2013: Franco Zeffirelli

© dpa / Matteo Bazzi
Angriffslustig und nostalgisch: Regisseur Franco Zeffirelli wird 90.

Dafür ist der so unangepasste italienische Film- und Theaterregisseur bekannt: Mal geht der gebürtige Florentiner mit einem „religiösen Extremismus“ im Kino ins Gericht, dann verdammt er Auswüchse der Werbung. Oder er versteht die Welt generell nicht mehr.

Noch ein Filmprojekt könne er sich nur dann noch vorstellen, wenn er denn überhaupt noch „Helden“ finden würde, sagte er unlängst dem italienischen Fernsehen Tg1. Altersdemut schätzt der erfolgsverwöhnte Regisseur nicht. Seinen 90. Geburtstag (12. Februar) feiert er im kleinen Kreis, denn es fehlen ihm „leider die Freunde von früher“.

Die großen Erfolge des italienischen Regisseurs liegen schon länger zurück, vor allem seine gefeierten Inszenierungen als Opern- und Theaterregisseur oder sein Kinofilm „Romeo und Julia“ von 1968. Im Jahr 1999 gelang ihm in „Tee mit Mussolini“ nochmals etwas Neues – Zeffirelli ließ in dem Film Erinnerungen an sein Leben, an Kindheit und Jugend in der Heimatstadt Florenz aufleben. Drei Jahre später machte er Furore, weil er „Callas Forever“ nicht auf dem Filmfestival in Venedig laufen lassen wollte. „Da werden ja doch nur iranische und indische Filme gezeigt“, lautete Zeffirellis unverblümte Begründung.

Den Ansporn für die Laufbahn bei Theater und Film gab ihm der Altmeister Luchino Visconti, der ihn nach dem Zweiten Weltkrieg zu seinem Assistenten machte. Zuerst arbeitete er als Bühnenbildner, zusammen mit Salvador Dalí schuf er die Kulissen einer Shakespeare-Inszenierung. An der Mailänder Scala führte Zeffirelli erstmals 1953 Regie, sechs Jahre später in Covent Garden in London und 1964 an der Met in New York. Und immer wieder war es Shakespeare. „Das tägliche Leben ist langweilig genug“, so warb er für echte Gefühle im Theater. Er liebte es dann in der Folge vor allem, Opern von Verdi und Puccini mit großen Interpreten in einer glanzvollen Kulisse zu verfilmen.

Liz Taylor und Richard Burton spielten 1966 in seiner Verfilmung von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“. Weit mehr Mut und Originalität bescheinigten Filmkritiker 1968 der Oscar-nominierten Liebestragödie „Romeo und Julia“ mit jungen Protagonisten. Er sei Pragmatiker, kein Mystiker, erläuterte damals der bekennende Schwule, Kettenraucher und Liebhaber von schnellen Wagen – die Religion und Ideologien seien seine Sache nicht. Nach einem Autounfall findet er dann doch zu tiefer Frömmigkeit zurück, lief gegen Kommunisten und Sex im Film Sturm und nennt Rom „in Sachen Kultur ein schmutziges, unverschämtes und papistisches Dorf“. Dazu passt auch, dass er den Franz-von-Assisi-Film „Bruder Sonne, Schwester Mond“ (1973) drehte.

Weiterhin dreht er sich auch um sich selbst: „Es ist kein Witz, glaubt mir, Leonardo da Vinci ist wirklich einer meiner Vorfahren“, verkündete er ohne Scheu oder Zurückhaltung öffentlich, als ihm in Rom ein Preis verliehen wurde. Früher ein eleganter, gut aussehender Dandy gilt er heute als gealterter Edelmann. Der zurückgezogen lebt und immer noch nostalgisch von einem Italien träumt, das ganz dem Schönen und der Kunst verpflichtet ist und damit die Welt erobert.

NAMEBERUFALTERGEBURTSDATUMGEBURTSORTGEBURTSLAND
RICCI, Christinaamerikanische Schauspielerin3312.02.1980Santa MonicaUSA
ZELMANI, Sophieschwedische Sängerin4112.02.1972StockholmSchweden
PHILLIPS, ChynnaAmerikanische Schauspielerin4512.02.1968Los AngelesUSA

Quelle: dpa
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