MedienARD-Film „Stille: Mit Jan Fedder durch Eis und Sturm

© dpa / NDR/Bernhard Berger
Harry Cliewer (Jan Fedder,li.) und Alex Kanning (Florian Bartholomäi).

Vorn kämpft sich ein Mann durch Eis und Schrecken: TV-Moderator und Bildschirm-Topman Harry auf dem Weg zum Ich und besserer Einsicht in Xaver Schwarzenbergers Film „Stille“ an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) in der ARD. Das Drehbuch schrieb nach einer Romanvorlage von Tim Parks Christian Jeltsch. Der Harry: eine Rolle für Jan Fedder, bekannt aus dem ARD-Vorabendklassiker „Großstadtrevier“.

Eigentlich eine Anti-Fedder-Rolle. Denn dieser Harry ist alles andere als der Naturbursche von leicht prolligem Gehabe. Der hier ist glatt, eitel und stolz darauf, mit den größten Berühmtheiten auf Du und Du zu sein. Kein anderer entlockt ihnen auch vor laufender Kamera so offene Worte und intime Geständnisse wie er.

Dann trifft den überselbstbewussten Mann gleich zweimal das Schicksal. Die Tochter verunglückt tödlich, und er ist nicht so ganz schuldlos daran. Der Sohn, voll Hass auf den Vater schreibt ein enthüllendes Buch über ihn. Harry geht in sich, kehrt in die Stille der Alpen ein, um dort wieder zu sich selber zurückzufinden.

„Das Buch hat mich spontan fasziniert, schon weil ich sonst sowas nie angeboten bekomme“, sagt der 58-jährige Fedder. Er selbst wäre so rasch kein TV-Moderator geworden: „Einmal, beim NDR, hat man mir sowas angeboten. Aber ich bin ganz froh, dass es damals nicht geklappt hat.“ Und meditative Stille wie hier der Harry braucht und sucht er auch nicht: „Ich habe doch bei Hamburg meinen kleinen Bauernhof. Wenn ich dort bin, höre ich Gänse schnattern, Vögel singen, der Trecker knattert dahin. Das ist die schönste Stille, die es für mich gibt.“

Seine Partnerin als vielgeplagte, die ständigen Treuebrüche ihres von Blüte zu Blüte flatternden Mannes ertragenden Moderatorengattin: Iris Berben. Ein erstes Mal war sie Partnerin vom Urgestein Jan Fedder. Aber Komplikationen gab es nicht. Fedder: „Wir sind beide alte Zirkuspferde. Uns kann so leicht nichts erschüttern.“

Eher schon der Schneesturm aus der Windmaschine, der Fedder bei den strapaziösen Außenaufnahmen am Großglockner umfauchte. Fedder, der Küstenmensch, erschauert in der Erinnerung noch immer: „Ich wusste am Ende gar nicht mehr, in welche Richtung ich ging, und glaubte, mich schon hoffnungslos verirrt zu haben. Aber beim Film gibt es ja zum Glück genug liebe Leute, die auf einen aufpassen.“

Dennoch ließ sich die Sehnsucht nach seinem windstilleren „Großstadtrevier“ nicht ganz wegdrücken. Damit soll es im März weitergehen, auch mit dem im letzten Jahr so erfolgreich gestarteten „Hafenpastor“. Nach Krebsverdacht und Strahlentherapie hatte Fedder eine Pause einlegen müssen.

Quelle: dpa
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