Trennung von Charles und DianaNach 20 Jahren sind Wunden der Queen verheilt

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Über allen aktuellen Beziehungen schwebt der Segen der Queen – vor 20 Jahren hätte sich wohl kaum ein Wahrsager getraut, das vorauszusagen. Orakelt wurde viel, nachdem der damalige britische Premierminister John Major am 9. Dezember 1992 offiziell und im Parlament die Trennung von Kronprinz Charles und Diana bekanntgegeben hatte. Doch ein solches Happy End, wie es die Windsors im Jahre 2012 zumindest äußerlich vermitteln, konnte sich bis vor gar nicht langer Zeit fast niemand vorstellen.

Damals herrschte vor allem Schockzustand – und Fragen über Fragen kamen auf. Wochenlang hatte sich die britische Regenbogenpresse über die Details der offensichtlichen Eheprobleme von Diana, damals 31, und Charles, 44, ausgelassen, schmutzige Details ausgekramt und über Affären berichtet. Doch die offiziellen Trennungs-Ankündigung im Parlament kam völlig überraschend.

Der Look von Lady Di
Prinzessin Dianas Modestil

Man gehe in „freundschaftlichem Einvernehmen“ auseinander, es habe keine „dritte Person“ dabei eine Rolle gespielt. Und scheiden lassen wolle man sich auch nicht, hieß es in der Erklärung. Bei bestimmten Familienanlässen und Staatsbesuchen werde man noch zusammen auftreten, hieß es gar. Die Kinder sollten im Wechsel bei Vater und Mutter sein. Königin Elizabeth II., damals 66 Jahre alt, zeigte sich zutiefst betrübt, hegte aber Hoffnung, die Ehe sei noch zu kitten.

Die Nation dachte vor allem an die Kinder der beiden, den zehnjährigen William und den acht Jahre alten Harry. Charles hatte vor der offiziellen Ankündigung mit ihnen gesprochen – angeblich in einem Sprechzimmer in deren Internat Ludgrove. Die Weihnachtsferien, die würden sie nicht mehr zusammen mit beiden Eltern verbringen.

Doch neben den privaten Dramen kamen Fragen nach der Zukunft der Monarchie als Ganzes auf. Zunächst hatte Major im Parlament angedeutet, trotz der Trennung könnten Charles und Diana noch zusammen König und Königin werden. Doch die meisten rechneten mit einer Scheidung. Dann hätte Charles nach damaligem Recht der Anglikanischen Kirche, deren weltliches Oberhaupt er als König sein würde, nicht wieder heiraten dürfen – es sei denn, der geschiedene Partner sei gestorben. Dass Diana 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben kommen würde, das konnte wirklich niemand voraussehen.

Gefragt wurde auch, ob Charles überhaupt noch König werden könnte. Von der Regierung gab es dazu ein klares Ja. Doch Royal-Experten spekulierten, Charles werde den Anspruch auf den Thron schon bald oder aber nach dessen 18. Geburtstag an William weitergeben.

Die Looks von Queen Elizabeth II.
Queen Elizabeth, Königin Elisabeth II.

Was im Kopf der Queen vorgegangen sein mag, kann man nur erahnen. Dabei war sie noch nicht am tiefsten Punkt angekommen. 1992 bezeichnete sie als ihr „Annus Horribilis“, ihr Horrorjahr, denn auch ihre Kinder Prinz Andrew und Prinzessin Anne trennten sich von ihren jeweiligen Ehepartnern. Zu allem Übel verwüstete auch noch ein Brand Schloss Windsor.

Aber es kam noch schlimmer: Vor ihr lag noch ein öffentlich ausgetragener Rosenkrieg, der mit dem Tod Dianas im August 1997 endete. Sie starb zusammen mit Millionärs-Sohn Dodi Al-Fayed, mit dem sie einen Liebessommer verbracht hatte, in einem Auto in Paris. Ein Sturm brach über den Royals los.

Jahrelang sah es aus, als könnte sich die Monarchie von diesen Schlägen nicht mehr erholen. Die Hochzeit von Charles und Camilla 2005 war noch umstritten und eine abgeschiedene Veranstaltung. Doch spätestens seit der Hochzeit von Prinz William mit seiner Kate, und noch mehr nach dem für das Image äußerst erfolgreichen Jahr 2012 mit Thronjubiläum und Olympischen Spiele, scheinen die Wunden endlich verheilt. Zumindest nach außen.

Quelle: dpa
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