ProzesseBericht über Fürst Alberts unehelichen Sohn rechtens

© dpa/Martial Trezzini
Fürst Albert II. von Monaco.
Bericht über Fürst Alberts unehelichen Sohn rechtens

Die Zeitschrift hatte wegen eines früheren Urteils gegen den französischen Staat geklagt. Sie sah sich in ihrer Meinungs- und Informationsfreiheit beschnitten.

Die Hochglanz-Illustrierte hatte 2005 über Alberts unehelichen Sohn Alexandre mit der Flugbegleiterin Nicole Coste berichtet. Ein Foto zeigte Albert mit einem Baby. Der Monegasse hatte die Zeitschrift noch im selben Jahr wegen Verletzung seiner Privatsphäre erfolgreich auf 50 000 Euro verklagt. Zudem musste die „Paris Match“ damals das Urteil im Blatt drucken. Albert erkannte später die Vaterschaft an.

Die Straßburger Richter konnten das Urteil über die 50 000 Euro zwar nicht aufheben, dafür sind sie nicht zuständig. Sie sahen in der damaligen Entscheidung aber einen Verstoß gegen die Meinungs- und Informationsfreiheit. Ihr Hauptargument: Die Mutter habe die Bekanntgabe von Alberts Vaterschaft gewollt. Diese sei daher kein privater Vorgang gewesen. Coste habe das Geheimnis gelüftet, damit öffentlich bekanntwerde, dass der Prinz der Vater ihres Sohnes war.

Auch wenn nach der in Monaco geltenden Erbmonarchie ein außerehelich geborenes Kind seinem Vater nicht auf dem Thron folgen könne, „so dürfte allein seine Existenz von öffentlichem Interesse sein, besonders für die Bürger Monacos“, hieß es in dem Urteil.

Der Gerichtshof verwies ferner darauf, dass Nicole Coste selbst die Initiative ergriffen habe, um die Presse zu informieren, und der Veröffentlichung zugestimmt habe. Die Fotos von Albert mit dem Kind wurden auch „nicht ohne sein Einverständnis aufgenommen“, wie das Gericht ausführte. Der Artikel von „Paris Match“ habe keine „verleumderischen Unterstellungen“ enthalten. Der Fürst habe auch nicht den Wahrheitsgehalt der Informationen bestritten. Dieses Urteil ist nicht endgültig. Es kann eine Berufung beantragt werden.

In Deutschland war eine ähnliche Klage des Fürsten gegen die Zeitschrift „Bunte“ 2005 gescheitert. Deren Berichterstattung habe den Fürsten nicht in seiner Intimsphäre verletzt, hieß es zur Begründung des Oberlandesgerichts Karlsruhe. Sie stelle auch keinen ungerechtfertigten Eingriff in die Privatsphäre des Fürsten dar.

Quelle: dpa